Kategorie: Wortkraft: Haltung & Awareness

  • Mein Angebot: Gewaltfreie Kommunikation in Erziehung und Job

    Gewaltfreie Kommunikation – eine wunderbare Art des Miteinanders, die auf Respekt, Ehrlichkeit und Empathie basiert.

    In der Erziehung möchten wir das Beste für unsere Kinder, doch manchmal geraten wir an unsere Grenzen. Wie können wir Konflikte lösen, ohne Gewalt oder Aggression? Die gewaltfreie Kommunikation bietet dafür die passenden Werkzeuge. Durch die behutsame Anwendung von einfühlsamen Dialogen kannst du Konflikte verstehen, sie konstruktiv ansprechen und gemeinsame Lösungen entwickeln. So schaffst du eine liebevolle und harmonische Atmosphäre in deiner Familie.

    Doch nicht nur in der Erziehung ist gewaltfreie Kommunikation von Bedeutung. Auch im Job kann sie zur Schlüsselqualifikation werden. Eine effektive und respektvolle Kommunikation am Arbeitsplatz fördert das Teamwork, steigert die Mitarbeiterzufriedenheit und erhöht die Produktivität. Indem wir auf gewaltfreie Kommunikation setzen, schaffen wir eine positive und motivierende Arbeitsumgebung, in der Ideen fließen und Kreativität gedeiht.

    Ich biete Schulungen, Workshops und individuelle Coachings an, um deine Fähigkeiten zu entwickeln und zu stärken. Lerne, deine Emotionen auszudrücken, deine Bedürfnisse klar zu kommunizieren und aufmerksam zuzuhören. Gemeinsam finden wir Wege, um Missverständnisse zu vermeiden und Konflikte auf konstruktive Weise zu lösen.

    Lerne gewaltfreie Kommunikation – Für ein respektvolles Miteinander!

    Bist du es leid, in Gesprächen immer wieder Missverständnisse und Konflikte zu erleben? Möchtest du lernen, wie du deine Gedanken und Gefühle auf eine Weise ausdrücken kannst, die Verständnis und Zusammenarbeit fördert?

    Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein bewährtes Kommunikationsmodell, das dir hilft, aufrichtig und empathisch zu sprechen – und vor allem: zuzuhören. Sie unterstützt dich dabei, Konflikte ohne Angriff und Verteidigung zu lösen und fördert eine tiefere Verbindung zu deinen Mitmenschen.

    Was du lernen wirst:

    • Aktives Zuhören: Verstehen, was wirklich gesagt wird, ohne zu urteilen.
    • Selbstreflexion: Deine eigenen Bedürfnisse und Gefühle klar benennen.
    • Empathie: Dich in die Perspektive anderer hineinversetzen und respektvoll reagieren.
    • Klarheit: Deine Botschaften so formulieren, dass sie respektvoll und effektiv ankommen.

    Die Vorteile für dich:

    • Weniger Missverständnisse und Konflikte
    • Mehr Verständnis und Harmonie in deinen Beziehungen
    • Weniger Stress und Ärger im Alltag
    • Mehr Selbstbewusstsein und Zufriedenheit in der Kommunikation

    Verändere deine Kommunikation – und erlebe, wie sich deine Beziehungen verbessern. Melde dich jetzt an und beginne noch heute mit der gewaltfreien Kommunikation!

     

  • Weltfrauentag – notwendig oder überflüssig?

    Der 08. März ist der Weltfrauentag. Für einige ein Tag, wie jeder andere. Für einige ein Tag, den man feiern sollte und für wieder andere ein Tag, der überflüssiger nicht sein könnte. Für mich ist der Weltfrauentag ein Tag, an dem mir deutlich vor Augen gehalten wird, wo wir Frauen in der Gesellschaft stehen.

    Witz lass nach

    Schon morgens fängt es an: In den sozialen Netzwerken werden lustige Spruchbildchen gepostet, dazu Kommentare wie „Heute darf die Frau mal aus der Küche herauskommen!“ oder „Mist, wer holt mir denn jetzt mein Bier?„. Lustig soll es sein, bei mir, naja, ruft es ein anderes Gefühl empor.

    Blümchen, wo auch immer das Auge hinsieht

    Weiter geht es mit Blümchen. Blümchen von Herren, Blümchen von Damen, Blümchen in der Vase, Blümchen auf einem Foto. Vielen Dank – aber was genau möchtest du mir damit nun sagen?

    Herzlichen Glückwunsch, du bist eine Frau

    Ich nehme mein Handy in die Hand. Zahlreiche nette Gratulationen zum Frauentag. Bitte was? Herzlichen Glückwunsch zum Frauentag? Ernsthaft? Ich habe weder Geburtstag noch einen Preis gewonnen, ich bin lediglich als Frau zur Welt gekommen. Ich bin gerne eine Frau, aber ob das nun Glückwünsche rechtfertigt, bezweifle ich.

    Frauen am Frauentag

    Dass das alles von Männern kommt, kann ich ja vielleicht noch ein bisschen verstehen. Sie wissen es nicht besser, sie waren niemals (in den meisten Fällen) eine Frau. Aber dass Frauen sich gegenseitig an diesem Tag mit Blümchen, virtuell oder real, beglückwünschen und sich feiern lassen, dass sie ach so gleichberechtigt sind, das ließ mich in den letzten Jahren schon häufig zweifeln, in diesem Jahr aber bringt es mich an den Rand der Verzweiflung.

    Gleichberechtigung der Frauen

    Frauen in Deutschland und auf der ganzen Welt feiern also heute ihre Gleichberechtigung. Frauen, die … erst seit 1919 ein Wahlrecht genießen. … erst seit 1958 ein eigenes Konto eröffnen und damit erst seit etwas über 60 Jahren über ihr eigenes Geld verfügen dürfen. … erst seit 1977 (!) arbeiten gehen dürfen, auch, wenn es ihrem angetrauten Gatten nicht recht ist und die Familie damit nicht im Vordergrund stehen wird. … in den letzten Monaten auf Grund der Kinderbetreuung zuhause geblieben sind, weil es der Haushaltskasse weniger schadet, wenn sie auf einen gewissen Prozentsatz ihres Gehaltes verzichten als wenn es der Mann tut. … in den letzten Monaten zu abstrusen Zeiten gearbeitet und tagsüber die gemeinsamen Kinder bespaßt haben, damit der angetraute Gatte in Ruhe seinen acht Stunden im Home Office nachkommen und sich im Anschluss daran auf der Couch von seinem harten Arbeitstag erholen kann. … es schon immer schwerer hatten, einen Job oder eine Führungsposition zu bekommen, weil sie ja schwanger werden könnten. … nun die ersten sind, die von den finanziell angeschlagenen Unternehmen entlassen werden, weil sie im vergangenen (Pandemie-) Jahr zu viele Fehltage hatten. … immer noch deutlich unter dem Gehaltsdurchschnitt ihrer männlichen Kollegen liegen. … immer noch mindestens den Großteil des mental loads in ihrer Familie tragen. … sich immer noch rechtfertigen müssen, warum sie denn jetzt keine, eins, zwei oder wie viele Kinder auch bekommen haben oder möchten, während dem zugehörigen Kindsvater kräftig auf die Schulter geklopft wird. … sich ihr Leben lang für die Familie aufopfern und im Herbst ihres Lebens von Sozialleistungen abhängig sind, weil sie ja „nie gearbeitet haben“. All das übrigens in Deutschland, einem der fortschrittlichsten Industrieländer der Welt. Diese Frauen also feiern heute ihre Gleichberechtigung. Na, herzlichen Glückwunsch!
  • Erfahrungsbericht: Darmkrebsvorsorge

    Heute ist es wieder so weit. Die routinemäßige Magen- & Darmspiegelung als Darmkrebsvorsorge. Laut Altersklasse falle ich noch lange nicht in die Risikogruppe. Da aber Krebs in meiner Familie eine große Rolle spielt, habe ich mich schon früh dazu entschlossen, alle Vorsorgeuntersuchungen teils deutlich vor dem empfohlenen Alter durchführen zu lassen. Notfalls als Selbstzahler. Die Spiegelung ist eine der Vorsorgen, die ich nicht selbst bezahlen muss.

    Bisherige Diagnosen

    Bei meiner ersten Darmkrebsvorsorge bekam ich die Diagnose Reizdarm, ein Jahr später wurde zusätzlich ein nicht 100-prozentig arbeitender Magen diagnostiziert. Beides nicht schön, aber beides auch nicht tragisch. In meiner Familie haben sie schon Polypen und Tumore gefunden, da ist meine Diagnose ein Kinderspiel gegen. Und damit das so bleibt, tue ich mir diese Tortur alle paar Jahre wieder an. Tortur beschreibt übrigens nicht die Spiegelung an sich, sondern die Vorbereitung. Am Morgen der Untersuchung habe seit dreieinhalb Tagen nichts gegessen, mein Kreislauf ist am Boden und ich zittere. Es ist zehn Uhr. Seit inzwischen vier Stunden bin ich wach und führe in dieser Zeit ein zweites Mal ab. Aber auch das ist, zwar nicht angenehm, nicht mit Tortur gemeint. Die Tortur ist das Mittel, mit dem abgeführt wird. Dass es nicht schmackhaft ist, erklärt sich von selbst. Aber es ist regelrecht widerwärtig. Mein Arzt hat es mir als Neuheit auf dem Markt angepriesen. Es sei einfacher in der Handhabung und zugleich wirkungsvoller als das bisherige.

    Darmkrebsvorsorge – die Vorbereitung

    Am Abend vor der Untersuchung ist die erste Dosis fällig. Das Mittel muss in einem halben Liter Wasser aufgelöst und getrunken werden. Es riecht furchtbar und schmecken tut es noch viel schlimmer. Aber ich bekomme es herunter. Die zweite Dosis muss am Untersuchungstag bis zwei Stunden vor dem Termin eingenommen sein. Zusätzlich ein bis zwei Liter Wasser. Ich trinke zwar generell viel, aber ohne Kohlensäure brauche ich zumindest Geschmack. Den bietet Leitungswasser eher nicht. Doch ich kämpfe und schaffe es. Die Dosis selbst aber hat es in sich. Schon nach dem ersten Schluck wird mir speiübel. So übel, dass ich schon vor der kompletten Einnahme das Gefühl bekomme, mich übergeben zu müssen. Dazu kommt es glücklicherweise nicht, aber mir geht es fast zwei Stunden lang richtig mies. Schon zu diesem Zeitpunkt fährt mein Kreislauf herunter. Ich friere und habe Kopfschmerzen. Hunger sowieso. Das aber liegt nicht an der Vorbereitung der Darmkrebsvorsorge, sondern an meinem Magen. Die letzte Magenspiegelung musste wiederholt werden, weil mein Mittagessen des Vortags aussah wie mein (nicht erlaubtes) Frühstück am Untersuchungstag. Eine weitere Wiederholung möchte ich mit allen Mitteln, auch einem Hungern über letztendlich vier Tage, vermeiden. Irgendwann habe ich auch diese Dosis samt knapp eineinhalb Liter zusätzlichem Wasser intus und nach einiger Zeit ist mir auch nicht mehr gar so schlecht. Pünktlich und wohl auch in der Vorbereitung erfolgreich mache ich mich kraftlos auf den Weg zur Praxis. Dort kommen die Kreislaufprobleme wieder deutlich zum Vorschein, ich muss mich setzen. Und auf den Arzt warten.

    Darmkrebsvorsorge – die Untersuchung

    Mit etwas Verspätung werde ich in den Untersuchungsraum gebeten. Sowohl die Arzthelferinnen als auch der Arzt selbst entschuldigen sich für diese. Das ist es, was ich an der Praxis so mag: Alle (ok, fast) sind freundlich und hilfsbereit. Nun geht es los mit der Darmkrebsvorsorge. Ich werde an die Überwachungsmonitore angeschlossen und mir wird ein Zugang für das Schlafmittel gelegt. Da ich während der Untersuchung, zumindest außerhalb der Magenspiegelung, eine FFP2-Maske tragen muss, bekomme ich ebenso eine Sauerstoffunterstützung. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich die auch schon ohne Maske erhalten habe. Dazu gibt es eine kurze Erklärung, was der Arzt tun wird und schon bin ich sediert. Ich bekomme nichts von der Untersuchung mit. Als der Arzt fertig ist, wache ich auf. Eine Arzthelferin begleitet mich in den Aufwachraum und lässt mich dort noch ausruhen. Sie bietet mir Wasser (unbedingt!) und Kekse an.

    Ärztliche Besprechung nach der Spiegelung

    Auch der Arzt erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. Es ist alles super gelaufen, keine Polypen, nix anderes. Dennoch werde ich zum kurzen Nachgespräch ins Ärztezimmer gebeten. Es geht nochmal um die Magensache. Organisch hat er es überprüft, keine Verengungen oder sonstigen Auffälligkeiten. Die Empfehlung lautet: Spätestens in fünf Jahren darf ich die Tortur und die anschließende Untersuchung erneut vornehmen lassen. Allein nach Hause darf man aufgrund der Sedierung nicht, weswegen ich mich abholen lasse. Wieder zu Hause ist der erste Gang zur Kaffeemaschine, der zweite zum Kühlschrank.

    Stille Erkrankung Darmkrebs

    (c) Felix Burda Stiftung
    Koloskopie – (c) Felix Burda Stiftung
    Darmkrebs ist eine so genannte stille Krankheit. In zahlreichen Fällen weist der Betroffene keinerlei Symptome auf. Durch die Darmkrebsvorsorge in Form einer Spiegelung aber lässt sich die Vorstufe des Tumors, der Polyp, erkennen. Findet der Arzt bei der Spiegelung einen, entfernt er diesen sofort. Polypen sind gutartig, können sich aber zu einem Tumor weiterentwickeln. Geschätzt wird hierbei ein Entwicklungszeitraum von zehn Jahren. Das ist auch der Abstand der üblichen Vorsorgeuntersuchungen. Daher sind diese immens wichtig im Kampf gegen den Krebs, da diese ihn effektiv verhindern können.

    Felix-Burda-Stiftung – engagierte Aufklärungsarbeit und vieles mehr

    (c) Assmann Stiftung (über Felix Burda Stiftung)
    (c) Assmann Stiftung (über Felix Burda Stiftung)
    Eine umfassende Aufklärung über das Thema Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge bekommen Interessenten auf der Seite der Felix-Burda-Stiftung. Benannt nach Felix Burda, der 2001 mit nur 33 Jahren an Darmkrebs verstarb, wurde die Stiftung noch im gleichen Jahr von seinen Eltern gegründet. Sie befasst sich ausschließlich mit Themen rund um den Darmkrebs, agiert international und ist inzwischen eine der bekanntesten deutschen Institutionen auf diesem Gebiet. Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung so große Heilungschancen auf wie bei Darmkrebs. Daher ist mir die regelmäßige Vorsorge auch diese Tortur wert. Für mich, meine Gesundheit und meine Zukunft.
    Wann war deine letzte Darmspiegelung?
     
  • Der Krebs ist überstanden – wie geht es weiter?

    Sandra ist 33 und hat erst vor wenigen Tagen ihr erstes Kind entbunden, als sie den Knoten in ihrer Brust entdeckt. Die Diagnose folgt, als das Baby keinen Monat alt ist: Krebs. Als wäre das noch nicht genug für die junge Frau und ihre Familie, stellt sich kurze Zeit später heraus, dass der Tumor nicht nur bösartig, sondern auch genetisch bedingt ist. Sie weist das BRCA 2 – Gen auf, wodurch die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens einen Tumor in Brust- und/oder Eierstöcken zu entwickeln, drastisch steigt. Das Risiko für Brustkrebs steigt auf ca. 60 %, das Risiko für Eierstockkrebs auf etwa 20%. Zudem ist das Erkrankungsalter der Betroffenen meist signifikant niedriger als bei einer Krebs-Erkrankung von Frauen ohne Genmutation. Eindrucksvoll schildert sie ihren Kampf gegen den Krebs, den sie Adolf nennt, und für ein weiteres Kind auf ihrer Seite krebsfroh.de.

    Sandra, 4 Jahre ist die Diagnose Krebs nun her, in der Zwischenzeit ist viel passiert. Weißt du noch, wie du dich in dem Moment der Diagnose gefühlt hast?

    Ich denke, da geht es mir wie jeder Frau, die diese niederschmetternde Diagnose in ihrem Leben bekommen muss: Diesen Moment wirst du niemals wieder vergessen!

    Sandra erinnert sich:

    Erst vor wenigen Tagen bin ich das erste Mal Mutter geworden. Mein Baby kam per Kaiserschnitt zur Welt und wir waren erst kurz als Familie mit dem Kind zu Hause. Meine Stillversuche sind von Anfang nicht sonderlich erfolgreich, doch an diesem Tag ertaste ich einen festen Klumpen in meiner linken Brust. Wie ferngesteuert rufe ich meine Frauenärztin an, um das abklären zu lassen. Sie hatte mich zu dem Zeitpunkt eigentlich zur Nachuntersuchung der Geburt erwartet. Einen Termin bekomme ich schnell und im Ultraschall sehen wir einen durchbluteten schwarzen Fleck. Ganz deutlich ist er zu erkennen. Meine Ärztin möchte erst einmal eine Woche abwarten, ob es eventuell doch ein Milchstau ist. Ich aber habe ein sehr schlechtes Gefühl. Im Nachhinein gibt es da auch diese blasse Erinnerung, dass ich diesen Knubbel bereits in der Schwangerschaft einmal gefühlt haben könnte. Die Woche verstreicht und auch danach kann die Ärztin mir leider keine Entwarnung geben. Sie verweist mich direkt in ein Brustzentrum ihres Vertrauens. Dort wird umgehend eine Stanzbiopsie vorgenommen, also Gewebe aus dem Knubbel entnommen. Anhand dieses Gewebestückchens kann der Pathologe feststellen, ob es gut- oder bösartig ist. Ich weiß es noch ganz genau: Das war ein Mittwoch. Das Ergebnis erwartete der Arzt für Montag. Meine Nerven gehen während dieser Zeit mit mir durch, mein Gefühl war einfach nicht gut. Nach fünf Tagen, die mir wie eine Ewigkeit vorkommen, bin ich an diesem darauffolgenden Montag allein mit dem Baby zu Hause, als mein Handy klingelt. Mein Arzt meldet sich. Schon in der ersten Sekunde ist anhand seiner Stimmlage klar, dass er keine guten Nachrichten für mich hat. „Es ist bösartig.“ Drei Wörter, die innerhalb von Millisekunden ein ganzes Leben verändern. Mein Leben. Mehrfach frage ich nach, ob es Krebs sei. Solch eine Information kommt nur sehr langsam im Gehirn an. Ich verspüre einen stechenden Schmerz im Rücken und muss mich setzen. Mein Baby schläft in diesem Moment nebenan. Nach dem Telefonat sitze ich da auf meinem Stuhl – allein – und kann nicht glauben, was soeben passiert ist. Ich nehme mein Baby auf den Arm und weine. Meine größte Angst in diesem Moment ist, dass ich mein Kind nicht aufwachsen sehen kann. Noch heute schießen mir die Tränen in die Augen, wenn ich an diesen Moment und dieses Gefühl denke.

    Inzwischen ist dein Kind 4 Jahre alt, du krebsfrei und schwanger. Wie geht es dir also heute?

    Heute ist alles anders. Wirklich alles. Ich bin ein anderer Mensch. Nicht nur meine Haarfarbe hat sich durch die Chemo verändert, auch nahezu jede Einstellung und Überzeugung, die ich vor meiner Krebs-Erkrankung in Bezug auf das Leben hatte, ist heute eine andere. Ich bin glücklicher als früher. Ich habe zu mir selbst gefunden, meine Prioritäten neu definiert, gute Dinge in meinem Leben vermehrt und schlechte verringert. Meine Gesundheit, und die mir nahestehender Menschen, ist das Wichtigste im Leben für mich. Sie ist einfach nicht so selbstverständlich, wie man in gesunden Lebensphasen gerne annimmt. Diese Lektion habe ich gelernt. So räume ich heute der gesunden Ernährung, dem Sport, dem Verzicht auf Alkohol und vielen anderen gesundheitsfördernden Maßnahmen in meinem Leben einen sehr hohen Stellenwert ein. Und der Zeit. Sie ist das absolut wichtigste in einem Menschenleben. Wir alle wünschen uns „mehr“ Zeit. Ich habe inzwischen gelernt, dass „mehr“ nicht möglich ist, „qualitativ hochwertiger“ aber schon. Nach diesem Grundsatz versuche ich zu leben. Alles in Allem bin ich meiner Erkrankung, jetzt im Nachhinein, dankbar. Sie hat so viel Wunderbares in mein Leben gebracht, bei allem Schmerz, den diese Erkenntnisse mich und meine Familie gekostet hat. Die Krönung ist unser zweites Wunder unter meinem Herzen. Diese Schwangerschaft ist etwas ganz Besonderes für mich und dieses Kind ein so sehr gewünschtes Geschenk.

    Angefangen sicherlich beim Schreck über den Knoten, über die finale Diagnose Krebs bis hin zur Chemo – rückblickend auf die letzten 4 Jahre gab es zahlreiche Herausforderungen. Was aber war die für dich größte Herausforderung?

    Die Psyche ist die größte Herausforderung. Mir war niemals zuvor klar, wie viel Energie es kostet, immer und immer wieder positiv zu denken, zu kämpfen, Rückschläge zu verkraften und wieder weiter zu machen. Das zerrte tatsächlich auch körperlich unendlich viele Ressourcen aus mir, und auch aus meinem Mann. Eine wahnsinnig belastende Begleiterscheinung einer Brustkrebsdiagnose ist das Warten. Am Anfang warte ich auf die sogenannte Feindiagnostik, also welchen „Charakter“ der Krebs hat und damit, wie es um meine Prognose steht. Hinzu kommt das schier unerträgliche Warten darauf, ob irgendwo Metastasen gefunden werden. Hätte ich welche, würde die Brustkrebserkrankung medizinisch als „unheilbar“ eingestuft. Die Zeit bis zum Ausschluss von Metastasen war mehr als zermürbend. Im Anschluss dann das Warten auf das Ende der Chemotherapie, warten auf Operationstermine, warten auf Ergebnisse und Beschlüsse der Ärzte. Vor allem warten auf den lang ersehnten Status: „Pathologische Komplettremission“, also die Bestätigung, dass keinerlei Krebszellen mehr im Körper nachweisbar sind. Dieses Nicht-Wissen und dabei immer Hoffen ist eine große Belastung. Denn das Gefühl geht nicht weg. 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag zermürbt es die Psyche. Natürlich in manchen Momenten mehr und in anderen weniger präsent, aber als Begleiter ständig dabei. Als ich endlich die erlösenden Worte hören darf und nun krebsfrei bin, sind ganze Felsladungen von meinem Herzen gefallen. Doch in all der Zeit des Wartens blieb das Leben nicht stehen. Es ereignen sich Dinge, parallel zur Krebs-Therapie. Das können aufgrund der dauerhaften, psychisch extrem starken Belastung oftmals kleinste Rückschläge sein, um kurzfristig den Mut und den Kampfgeist zu verlieren. Zum Glück schaffe ich es immer wieder, aus diesen mentalen Tiefs herauszukommen. Aber am Ende des Tages ist die Energie unwiederbringlich weg, die dieser Kraftakt gefordert hat. Und ein sehr schmerzlicher Wunsch bleibt, so dass selbst nach meiner erfolgreichen Therapie das Warten weitergeht: Das Warten auf meine Periode. Sieben Monate lang. Danach warte ich sehnsüchtig auf den zweiten Strich des Schwangerschaftstests, der zum Glück gnädiger mit mir ist und sich nicht mehr so lange Zeit lässt. Seit diesem ersehnten zweiten Strich fühle ich mich endlich innerlich ruhiger: Ich bin an dem Punkt angekommen, an dem ich rundum glücklich bin!

    Woher hast du während der Zeit deine Energie genommen?

    Von meiner Familie. Mein Mann ist die ganze Zeit über eine ganz besondere Hilfe gewesen – und er ist es auch heute noch. Er hat so viel für unsere kleine Familie getan. Die gesamte Therapiezeit über ging er Vollzeit arbeiten und kümmerte sich dennoch unzählige Nächte um unseren Sohn, damit ich schlafen kann. Auch das Lachen meines Babys hat mir Kraft und Halt gegeben. Mehr als einmal stand ich an seinem Bett und habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als ihn aufwachsen sehen zu dürfen. Aufgeben war daher keine Sekunde eine Option. Ich habe den Schicksalsschlag sehr schnell angenommen und nicht lange mit mir oder dem Leben darüber gehadert. Für mich stand fest: In meinem Körper ist der Krebs entstanden, dann kann sich mein Körper auch von ihm befreien. Ich habe den Krebs recht schnell als Aufforderung gesehen, dass ich etwas Grundlegendes in meinem Leben ändern muss. Für mich, für meinen Mann, für unseren Sohn und vor allem auch für meine und unsere Zukunft. Aus all dem entstand mein Glaube: Mein Glaube an meinen Einfluss auf meine Krankheit. Ich habe mich nicht als Opfer gesehen und informiere mich von Anfang an umfassend über alle Therapien und Möglichkeiten. Ich wollte auch den Ärzten nicht passiv gegenüberstehen. Mir war klar, diesen Kampf kämpfe letzten Endes ich allein und ebenso bin es ich allein, die ihn gewinnen kann – und werde. Ich habe in meinem Kopf keine andere Option gelten lassen. Mein Motivator ist immer meine Familie und die Zeit, die ich noch mit ihr verbringen möchte. Ich war schlicht und ergreifend nicht bereit, zu gehen. Dafür war ich bereit, alles zu tun, was nur irgendwie in meiner Macht steht. Daraus entwickelte sich eine extreme Selbstdisziplin, die mir bis heute ein Gefühl von Sicherheit gibt, dass der Krebs nicht wiederkommen wird.

    Wie kamst du auf die Idee, deine Geschichte öffentlich zu machen? Welches Ziel verfolgst du mit deinem Blog krebsfroh?

    Wie ich bereits erwähnte, war ich von Anfang an eine Patientin, die sich immer sehr genau über alles informierte. Ich habe mir im Verlauf meiner Erkrankung buchstäblich die Finger wund gegoogelt. Das war für mich persönlich sehr wichtig, hat mir eine Menge Halt gegeben und ich bin bis heute überzeugt, dass mein fundiertes Wissen mir zu meinen (im Nachhinein bewertet) durchgehend richtigen Entscheidungen verholfen hat. Dabei lag mein Fokus immer auf der Information über offiziellen Internetseiten und der Vermeidung negativer Geschichten. Bezüglich meiner Entscheidung, ein weiteres Mal schwanger zu werden, konnte ich zwar einigermaßen aussagekräftige offizielle Studien und vereinzelte Berichte finden, was mir aber fehlte, sind Erfahrungen von Frauen, die das tatsächlich durchgezogen haben. Solche Erfahrungsberichte hätten mir Mut machen können, ich habe mir gewünscht, mich mit Frauen in der gleichen Situation (oder sogar schon Jahre darüber hinaus) austauschen zu können. Insgesamt habe ich mit meinem Krebs, wie ich es gerne nenne, „Frieden geschlossen“: Er gehört zu mir und meiner Geschichte, ganz genau wie meine Kindheit, meine Familie, meine Arbeit. Aber er ist ein Kapitel, nicht das ganze Buch meines Lebens! Allerdings ein wichtiges Kapitel. Und eines, dass mir ganz neue Möglichkeiten geschaffen hat. Zudem habe ich bei meiner eigenen Erkrankung auch immer wieder feststellen müssen, dass es auch heutzutage noch viele Tabuthemen im Umgang mit Betroffenen und dem Krebs selbst gibt. Auch die Tatsache, dass immer mehr junge Menschen eine Krebsdiagnose erhalten, ist für mich ein wichtiger Punkt, um auf das Thema aufmerksam zu machen. All diese Dinge vereint sind es, die mich dazu gebracht haben, über meine Geschichte öffentlich zu sprechen. Ich möchte vor allem jungen Frauen, denen, die bei Diagnosestellung gerade mitten im Leben stehen, helfen. Denn diese Altersgruppe hat mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen als ältere Betroffene. Da es für mich so ein emotionales und wichtiges Thema war, ist es mir außerdem ganz besonders wichtig, über meine Schwangerschaft nach der Brustkrebserkrankung zu berichten. Ich möchte zeigen, dass sich ein so zentraler persönlicher Wunsch auch trotz dieser niederschmetternden Diagnose erfüllen lässt. Meine Erfahrungen beschreibe ich in einem Buch: „MamMa-Karzinom: Der biographische Ratgeber für junge Mamas mit Brustkrebs“. Das Schreiben half mir extrem, meine Erkrankung intensiv zu verarbeiten.

    Was möchtest du Frauen, die sich aktuell an einem der Punkte befinden, die du bereits durchlebt und überstanden hast, mit auf den (schwierigen) Weg geben?

    Die Diagnose reißt den Boden unter den Füßen weg. Niemand ist schuld an seiner Erkrankung und niemand hat sie verdient. Aber gegen die Diagnose anzukämpfen und sie nicht akzeptieren zu wollen, führt zu noch mehr Leid. An diesem Punkt rate ich den Frauen: Sobald der erste, wirklich tiefsitzende Schock überwunden ist, nimm deine Krankheit proaktiv an und kämpfe mit dieser Einstellung gegen den Krebs. Annehmen heißt an dieser Stelle nicht „gut finden“, sondern vielmehr den Punkt, an den man nun vom Leben gestellt wurde, nicht zu bekämpfen. Interpretiere ihn stattdessen als Ausgangspunkt für deinen Kampf. Ich konnte mich noch am Tag meiner Diagnose sammeln. Dabei hat es mir geholfen, dass ich mich einen Moment zurückzog und für mich allein laut feststellte: „Jetzt habe ich also Krebs“. Denn das ist Fakt. Fakt ist aber auch, dass Krebs heute kein zwangsläufiges Todesurteil mehr ist. Meiner Überzeugung nach hat jede Betroffene ein großes Maß an Möglichkeiten, die Therapie und den Krankheitsverlauf proaktiv mitzugestalten. Mir hat diese Überzeugung sehr geholfen. Mein wichtigster Rat aber schließt sich hierin ein: Sei zu jedem Zeitpunkt ausreichend und umfangreich informiert und verlasse dich nicht (blind) auf das, was die Ärzte dir sagen. Es ist dein Körper und du kannst deine Beziehung zu ihm wiederfinden, so dass du dich wieder auf dein Bauchgefühl verlassen kannst. Die Schulmedizin ist in dieser Situation lebensrettend und alternativlos, aber deine Einstellung und deinen Umgang mit der Krankheit bestimmst du immer selbst. Ich beispielsweise habe die Chemo als Freund betrachtet, habe immer angenehme Dinge währenddessen erledigt und so versucht, meinen Körper bei der schulmedizinischen Behandlung bestmöglich zu unterstützen. Wenn die Akuttherapien beendet sind, kommt der Zeitpunkt, an dem es noch einmal schwer wird. Plötzlich wird „nichts mehr gegen den Krebs gemacht“. Diesem Gefühl der Hilflosigkeit konnte ich am besten durch meine spürbare Lebensstilveränderung entgegenwirken. So kam auch langsam das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben zurück. Heute habe ich ein besseres Körpergefühl als vor der Diagnose. Dieses Gefühl für mich selbst und meinen Körper ist seitdem mein Kompass. Auch und vor allem in Bezug auf das Wagnis meiner erneuten Schwangerschaft.

    Aktuell bereitest du dich auf die Geburt deines zweiten Kindes vor. Was wird dieses Mal alles anders sein?

    Hoffentlich alles 🙂 Ich hoffe auf eine natürliche Geburt und nicht wieder einen Kaiserschnitt. Ich hoffe auf eine glückliche und aufregende Zeit nach der Geburt – nur wir zu viert zusammen als Familie. Ohne einen ungebetenen Gast, der sich ständig in den Mittelpunkt drängt. Ich kann mir eine unbeschwerte Zeit nur mit Windeln wechseln und Fläschchen machen nach der Geburt kaum vorstellen. Wie sehr hatte ich mir damals vor vier Jahren gewünscht, „nur“ die Probleme einer jungen Mama zu haben. Ich habe Respekt davor, bald für zwei Kinder die Verantwortung zu tragen. Dennoch ist dieses zweite Baby ein so großer Traum von mir gewesen, dass ich selbst jetzt, wenige Wochen vor der Geburt, kaum glauben kann, dass mein sehnlichster Wunsch sich bald erfüllt. Jeden Moment werde ich mit der Kleinen in vollen Zügen genießen. Zu genau weiß ich noch, wie es sich anfühlt, das Neugeborene ständig hinten anstellen zu müssen, um von einem Arzt zum nächsten zu fahren. Ich habe das Gefühl, dass dieses zweite Mal die Zeit nach der Geburt ein klitzekleiner Ausgleich wird, für das, was mir vor vier Jahren mit meinem Sohn genommen wurde. Daher werden mein Mann und ich mit unseren beiden Kindern seine zwei Monate Elternzeit mit jeder Pore genießen. Das letzte Mal lag ich die Hälfte dieser Zeit im Krankenhaus. Es sind einfach so viele kleine Dinge, die dieses Mal hoffentlich anders werden: für uns so anders und für die meisten Familien einfach nur normal. Ich freue mich, dass auch wir dieses Mal einfach nur normal sein dürfen.

    Liebe Sandra, herzlichen Dank für deine offenen Worte, dein Engagement und deine Lebensfreude. Behalte sie dir bei, alles Gute für die Geburt und natürlich, dass du krebsfroh, aber dennoch krebsfrei bleibst! Alles Gute für deine Familie und dich!

    Vielen lieben Dank!
  • Ehrenamt – wichtig für Vereine & Freiwillige

    Der 05. Dezember ist Tag des Ehrenamts. An diesem Tag wird den rund 30 Millionen Menschen, die sich in Deutschland ehrenamtlich engagieren, offiziell DANKE gesagt. Diese 30 Millionen Menschen, die sich bei Hilfsorganisationen, Feuerwehren oder Vereinen einbringen, sind für gemeinnützige Betriebe von großer Bedeutung. Oftmals wäre ein Aufrechterhalten des jeweiligen Angebots ohne die freiwillige Unterstützung gar nicht möglich.

    Warum sind Ehrenämter so wichtig?

    Wenn man sich bewusst macht, wo Freiwillige überall eingesetzt sind, ist die Antwort nach der Wichtigkeit schon halb beantwortet. So sind es die ehrenamtlich Engagierten, die bei freiwilligen Feuerwehren oder im Sanitätsdienst im Einsatz sind. Auf Veranstaltungen, bei Unfällen oder anderen Unglücken unterstützen sie die Berufshelfer. Andere sind in Hospizen tätigen und begleiten Sterbende sowie deren Angehörige auf ihrem letzten Weg. Wieder andere sind im Promotion-Bereich dafür zuständig, Spendengelder und Mitglieder zu gewinnen, während wieder andere sich um die Öffentlichkeitsarbeit und die Außenwirkung kümmern.

    Was ist ein Ehrenamt eigentlich?

    Im ursprünglichen Sinn beschreibt ein Ehrenamt die Übernahme von einem öffentlichen Amt, wie etwa dem des Vorstands oder Kassiers in einem Verein. Heut zu Tage wird die Tätigkeit als altruistisches Handeln in Form der Ausübung einer unentgeltlichen Beschäftigung im gemeinnützigen Bereich definiert. Ob es sich bei dieser Tätigkeit um eine regelmäßige oder eine punktuelle Aufgabe handelt, spielt keine Rolle.

    Kann auch ich mich ehrenamtlich engagieren?

    Viele Menschen verknüpfen den Gedanken an ein Ehrenamt mit einem hohen Zeiteinsatz. Entweder viele Stunden pro Woche oder auch eine starre Regelmäßigkeit halten so einige von der Ausübung einer ehrenamtlichen Aufgabe ab. Doch Ehrenämter gibt es für jeden Bedarf. Wer viel Zeit aufbringen möchte, findet ebenso etwas passendes für sich wie derjenige, der ein paar Stunden im Monat absolvieren möchte. Manche Tätigkeiten finden auf Abruf nur wenige Stunden im Jahr statt, andere mit einer festen wöchentlichen oder monatlichen Einsatzzeit und wieder andere als Vollzeitbeschäftigung im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres oder des Bundesfreiwilligendienstes. Auch müssen nicht alle Engagierten in den medizinischen oder pflegerischen Bereich. Unterstützung für die Tafel, sowohl bei der Abholung der Waren als auch bei der späteren Ausgabe derer, ist ebenso gefragt wie das Übernehmen organisatorischer oder administrativer Aufgaben. Ein Ehrenamt kann dabei das (ehemalige) Berufsbild der Engagierten widerspiegeln, viele Vereine und Institutionen aber schulen ihre Hilfskräfte auch gerne, wenn diese mit den freiwilligen Aufgaben und zugehörigen Kenntnissen bislang noch keine Erfahrungen sammeln durften.

    Mögliche Einsatzorte

    Die Einsatzmöglichkeiten im Ehrenamtsbereich sind ebenso vielfältig wie die Aufgaben. So können Sportbegeisterte gut eine ehrenamtliche Tätigkeit in Sportvereinen ausüben, als Trainer, Übungsleiter oder auch im Vorstand. In der Kinderbetreuung, Altenpflege und auf Krankstationen wird ebenfalls viel mit ehrenamtlich Engagierten gearbeitet. Dabei geht es jedoch immer um eine ergänzende Hand zusätzlich zur Fachkraft, niemals darum, das Fachpersonal zu ersetzen. Auch der Hospiz-Bereich ist auf das Engagement von Freiwilligen angewiesen, um ihre Kunden und deren Angehörige vollumfänglich betreuen und begleiten zu können. Darüber hinaus werden Freiwillige im Verkauf von gemeinnützigen Secondhand-Läden, Dritte-Welt-Shops oder sonstigem gemeinnützigen Handel eingesetzt. Wer sich lieber organisatorisch engagieren möchte, kann sich in einem gemeinnützigen Unternehmen in den Vorstand wählen lassen (Hinweis: Hierzu muss meist eine Mitgliedschaft im Verein bestehen – nachzulesen ist das in der jeweiligen Satzung des Vereins) oder in der Verwaltung aushelfen.

    Wie komme ich an ein Ehrenamt?

    Wenn du weißt, was du möchtest, ist auch im ehrenamtlichen Bereich eine kleine Bewerbung notwendig. Anders jedoch als bei offenen Stellen für Hauptämter ist es beim Ehrenamt oftmals ausreichend, wenn ein Motivationsschreiben gesendet wird. Mit Hilfe eines Lebenslaufs können bereits erworbene Erfahrungen vermittelt werden, wichtiger als die vorhandenen Kenntnisse aber ist der Grund, warum sich jemand engagieren möchte. Erforderliche Fachkenntnisse werden in der Regel in Fortbildungen und Schulungen vermittelt, wenn diese nicht vorliegen sollten. Auch bei der Vergabe einer Freiwilligentätigkeit wird sich das Unternehmen oder der Verein mit dem Bewerber in Verbindung setzen, um ein Kennenlerngespräch durchzuführen. Auch hier besteht nochmals die Möglichkeit, die Motivation für die Verrichtung der Aufgabe herauszustellen. Doch nicht nur der Anbieter soll in diesem Gespräch die potenziell unterstützende Hand kennenlernen, auch der Interessent kann nun Fragen stellen und den Verein besser kennenlernen. Bei beidseitigem Einverständnis und der Klärung etwaig geforderter Dokumente (wenn du mit Kindern tätig sein möchtest, benötigst du beispielsweise ein erweitertes Führungszeugnis) wird eine Ehrenamtsvereinbarung unterzeichnet und das Engagement kann beginnen.

    Welche Vorteile bringt ehrenamtliches Engagement?

    Nicht nur für die Gesellschaft ist die Ausübung freiwilliger Aufgaben entscheidend, auch für den Engagierten selbst leistet die Hilfe einen wichtigen Beitrag der persönlichen Entwicklung. So können Engagierte ihr Umfeld aktiv mitgestalten, etwa durch die Unterstützung von politischen Parteien oder speziellen Vereinigungen (Weißer Ring e.V.; Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.; Deutsche Krebshilfe oder weitere). Darüber hinaus entwickeln sich aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit noch weitere Vorteile. So erweitern die Freiwilligen ihr Netzwerk. Ob Bekannte und Freunde oder neue Aufträge und geschäftliche Partnerschaften – ein Netzwerk kann vieles hervorbringen. Insbesondere bei jüngeren Menschen kann ein Ehrenamt auch zur Berufswahl beitragen. Stäken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen können ebenso herausgefunden wie praktische Berufserfahrung gesammelt werden. Ein Ehrenamt im Lebenslauf fällt in Personalabteilungen bei späteren Bewerbungen zudem immer gut auf. Weiterhin vertiefen und intensivieren Freiwillige so genannte Soft Skills, wie etwa ihren Umgang mit Menschen, Teamarbeit, Einsatzbereitschaft und Zeitmanagement.

    Finanzieller Mehrwert bei der Ehrensamtarbeit

    Zu guter Letzt, sicher nicht ausschlaggebend, aber dennoch gut zu wissen, genießen ehrenamtlich Engagierte auch einen finanziellen Vorteil. Eine Aufwandsentschädigung für freiwilliges Engagement bis zu einer Höhe von 720 Euro pro Jahr steuerfrei. Dabei handelt es sich um die Ehrenamtspauschale. Dem gegenüber steht die Übungsleiterpauschale, dank der Ausbildende, Dozenten und Betreuer bis zu 2400 Euro jährlich steuerfrei bekommen dürfen. Selbst eine Kombination aus beiden ist möglich. Fahrtkosten zum Einsatzort oder die Aufwendungen für benötigte Materialien dürfen ebenfalls in der Steuererklärung geltend gemacht werden. In manchen Regionen gibt es zudem eine Art Ehrenamt-Ausweis. Diese berechtigen etwa zu Vergünstigungen bei Eintritten in öffentliche Einrichtungen wie Museen oder Schwimmbäder oder halten andere kleine Annehmlichkeiten für den Inhaber bereit.  

    Was ist mir dir – Welches Ehrenamt könnte für dich interessant sein? Oder übst du vielleicht schon eines aus?

  • Als Stammzellenspender Leben retten – bist du dabei?

    „Stäbchen rein, Spender sein!“ Diesen Slogan kennen bereits Kinder. Kinder, die oft nicht wissen, was die DKMS ist. Kinder, die – direkt oder indirekt – vielleicht im Laufe ihres Lebens darauf angewiesen sein werden.

    Was ist diese DKMS?

    Die gemeinnützige GmbH wurde Ende Mai 1991 von einer privaten Initiative gegründet. Ausschlaggebend war das Schicksal der Mechthild Harf. Nur wenige Jahre später ist daraus der größte Verbund an Spenderdateien geworden. Aktuell (2020) sind mehr als 9 Millionen registrierte Spendewillige verzeichnet, mindestens 20 von ihnen spenden täglich Stammzellen für Patienten mit Blutkrebs. Weltweit. Die DKMS ist eine 100prozentige Tochter der DKMS Stiftung Leben retten, deren Hauptaufgabe es ist, an Blutkrebs erkrankte Menschen aufzuklären und Selbsthilfegruppen zu unterstützen.

    Zahlen & Fakten über Blutkrebs

    • Bislang konnten schon über 85.000 Stammzellenspenden realisiert werden.
    • Allein in Deutschland aber kann für jeden 10. Blutkrebspatienten kein geeigneter Spender gefunden werden.
    • Pro Stunde erkranken in Deutschland 4 Personen an Blutkrebs – Erwachsene wie Kinder.
    • Bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren ist Leukämie die häufigste Form von Krebs.
    • Es gibt mehrere tausend Gewebemerkmale. Um erfolgversprechend zu sein, muss eine Übereinstimmung dieser Merkmale bei Patient und Spender bei nahezu 100 Prozent liegen.

    Wer darf sich als potentieller Spender registrieren?

    Spenden kann jeder. Fast. Folgende Voraussetzungen schließen die Spendemöglichkeit aus:
    • Es dürfen keine chronischen Erkrankungen vorliegen und die Spender müssen einen guten Allgemeinzustand aufweisen.
    • Ein Bodymaß-Index (BMI) über 40 (stark adipös) schließt die Möglichkeit einer Spende aus.
    • Schwere Erkrankungen der Lungen, Nieren oder des Herz-Kreislauf-Systems sowie im Stoffwechselbereich dürfen nicht vorliegen.
    • Tropenkrankheiten, HIV, Hepatitis, Syphilis und ähnliches schließt potentielle Spender ebenso aus wie eine (akute oder ausgeheilte) Krebserkrankung.
    • Bei schweren neurologischen oder psychischen Erkrankungen ist eine Spende ebenfalls ausgeschlossen.
    • Außerdem darf der Spender keine Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Medikamenten aufweisen.
    • Der potentielle Spender muss zwischen 17 und 55 Jahren alt sein.
    Die kompletten und genauen Voraussetzungen sind auf der Webseite der DKMS aktuell einzusehen.

    Die Spende – Varianten der Entnahme

    Wenn die Spendermerkmale mit denen eines Patienten übereinstimmen, sind weitere Tests notwendig. Zudem eine eingehende Untersuchung. Sollte sich herausstellen, dass eine Spende Erfolg verspricht, gibt es zweierlei Möglichkeit der Entnahme: Die häufigste ist die periphere Stammzellentnahme.
    • Bei dieser bekommt der Spender fünf Tage lang den auch natürlich im Körper vorhandenen Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht. Dadurch wird die Anzahl der Stammzellen erhöht, die anschließend direkt aus dem Blut entnommen werden.
    • Ein stationärer Aufenthalt ist bei dieser Art der Entnahme nicht notwendig, es können jedoch grippeähnliche Symptome auftreten.
    • Langzeitnebenwirkungen sind nicht bekannt.
    Die andere, weitaus umfangreichere, Entnahme ist die Knochenmarkspende.
    • Unter Vollnarkose wird dem Spender etwa ein Liter Blut-Knochenmark-Mix aus dem Beckenkamm entnommen.
    • Der Spender wird etwa drei Tage stationär betreut, weitere Tage der Erholung sollten sich zuhause anschließen.
    • Für einige Tage nach der Entnahme kann die Wunde schmerzen, ähnlich wie eine Prellung.
    • Die entfernten 5 Prozent des Gesamtknochenmarks regenerieren sich innerhalb weniger Wochen selbständig.
    • Ein Risiko bei der Entnahme ist gering und liegt vorwiegend in der Narkose begründet.

    Hast du schon dein Registrierungskit angefordert oder bist du vielleicht bereits registrierter Spender? Es ist kinderleicht: Stäbchen rein, Spender sein!

  • Fairness & Hilfe sind nicht immer fair & hilfreich

    Im Menschen tief verankert sind seine Glaubenssätze. Die eigene Sichtweise bildet die Basis für alle Bereiche des Lebens.   Doch im Laufe der Jahre werden wir immer wieder feststellen, dass die eigene Sichtweise nicht zwingend der der anderen entspricht.Auch, vielleicht sogar insbesondere, bei Themen wie Fairness und Hilfe.  

    Gedachte Fairness ist nicht automatisch wirklich fair

      Einfaches Beispiel: Eine Mutter möchte alle ihre Kinder gleichermaßen, also in ihren Augen fair, behandeln. So bekommen alle nach dem Abendessen fünf Stück Gummibärchen, jeder eines von jeder Farbe.   Die Kinder aber finden das gar nicht fair. Wie kann das sein?   Eines der Kinder mag gar keine Gummibärchen. Viel lieber hätte es Chips. Die gibt es aber heute nicht. Es fühlt sich unfair behandelt.   Kind Nummer 2 mag zwar die roten Gummibärchen, aber alle anderen Farben nicht. Es darf nicht tauschen. Es fühlt sich unfair behandelt.   Das dritte Kind ist viele Jahre älter als die anderen. Dennoch bekommt es die gleiche Menge an Gummibärchen. Es fühlt sich unfair behandelt.   Wirklich fair ist in diesem Szenario nicht die absolute Gleichbehandlung der Kinder, sondern die relative. Das erste Kind wäre mit fünf Chips ebenso glücklich wie Kind zwei mit fünf roten Gummibärchen. Durch den großen Altersunterschied könnte eine faire Verteilung für Kind drei bedeuten, dass es statt der einheitlichen fünf Stücke vielleicht acht bekommt.   Fairness ist nicht gleichzusetzen mit jeden gleichermaßen zu behandeln. Fairness ist vielmehr, auf den einzelnen und dessen individuelle Wünsche und Bedürfnisse einzugehen.  

    Hilfe ist nicht automatisch hilfreich

      Ebenso verhält es sich mit Hilfe.   Bleiben wir beim Beispiel der Mutter und den Kindern.   Das erste Kind ist ein schulischer Überflieger. Alles, was in der Schule durchgenommen wird, sitzt. Zu Hause lernen muss dieses Kind nicht.   Kind Nummer zwei hingegen ist ein Mathe-Ass, tut sich mit Sprachen hingegen schwer. Es benötigt Hilfe beim Vokabeln abfragen und Unterstützung beim grammatischen Verständnis.   Kind drei wiederum ist praktisch veranlagt. Es versteht die Dinge am besten, wenn es diese selbst austestet und anwendet. Im Zimmer sitzen und lernen bringt nicht viel. Vokabeln merkt es sich am besten durch Anwendung, etwa in Tandem-Gesprächen oder durch fremdsprachige Filme.   Die Mutter ist diplomierte Dolmetscherin für sieben Sprachen und findet nichts leichter, als eine neue Sprache zu lernen. Sie hilft keinem ihrer Kinder, wenn sie von ihrem eigenen Talent ausgeht.   Sie kann ihren Kindern erst dann eine Hilfe sein, wenn sie sich nach den Bedürfnissen des einzelnen richtet.   Kind eins muss lediglich täglich in die Schule gehen, um gute Noten zu erzielen.   Kind zwei hingegen benötigt Hilfe von Form von abgefragt werden und braucht ergänzende Erklärungen bei der Grammatik.   Mit Kind drei wiederum führt sie am besten Gespräche in der zu lernenden Sprache oder lässt es Sendungen in der Fremdsprache sehen, um ihm zu helfen.  

    Weg von der Ich-Perspektive, hin zum du

      Nicht selten sind wir überrascht, wenn wir etwas gut gemeint haben, der andere dies aber nicht zu schätzen weiß. Die eigene Sichtweise kann zwar zum gewünschten Ergebnis führen, ebenso aber kann es zu einem Eklat kommen.   Viel zu oft fühlen wir uns gekränkt und werden traurig oder gar wütend, wenn der andere unsere Bemühungen nicht so zu schätzen weiß, wie wir es uns erhofft haben. Stattdessen wäre es gut, wenn wir uns auf unsere eigentliche Intension, das Positive, konzentrieren. Und das geht nur, wenn wir nicht uns selbst, sondern das Gegenüber in den Mittelpunkt stellen.   Wer jemanden wirklich fair behandeln oder ihm tatsächlich helfen möchte, muss sein eigenes Ego beiseite legen.   Hilfreich ist es, nachzufragen: Was wünscht sich das Gegenüber? Was braucht es? Welche Unterstützung oder gute Tat bereitet ihm eine Freude?   Nur, wenn wir im Sinne des anderen handeln, können wir sicher sein, die beabsichtigte Fairness, Hilfe und Unterstützung zu geben, die wir beabsichtigen.
  • Organspende – hast du dich schon entschieden?

    Wenn Sie einen Unfall oder eine schwere Krankheit hätten und ein Spende-Organ benötigten, würden Sie dieses annehmen, um wieder gesund zu werden? Wahrscheinlich würde kaum jemand diese Frage mit „Nein“ beantworten.   Aktuell warten nach Angaben von Eurotransplant rund 12.000 Menschen auf ein Spendeorgan – 8.000 von ihnen auf eine Niere. Etwa 66 Prozent von ihnen werden sterben, bevor sie ein Spende-Organ bekommen. Grund dafür ist, dass es deutlich zu wenige Spender gibt.  

    Jeder kann spenden

      Jeder, mit wenigen Ausnahmen, kann Spender werden. Mit einem Organspendeausweis bekunden Sie für den Ernstfall Ihre Entscheidung. Sie können sich mit einem Organspendeausweis aber auch eindeutig gegen eine Spende entscheiden. Haben Sie keinen solchen Ausweis, sind es Ihre Angehörigen, die nach Ihrem Tod entscheiden müssen, ob Ihre Organe zur Lebensrettung eines anderen Menschen freigegeben werden sollen oder nicht.   Es gibt lediglich zweierlei Kriterien, bei denen einem willigen Spender keine Organe entnommen werden: Zum einen sind HIV-infizierte Personen vom Spenden ausgenommen, zum anderen Menschen, die an einer akuten Krebs-Erkrankung leiden. Alle anderen Erkrankungen werden fallweise beurteilt.  

    Informationsaufgabe der Krankenkassen

      Seit dem 01.11.2012 sind die Krankenkassen in Deutschland verpflichtet, alle Versicherten, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, in regelmäßigen Abständen über das Thema Organspende zu informieren. Dennoch besitzen erst 25 Prozent der Deutschen einen Spendeausweis.  

    Wussten Sie schon, dass…

     
    • Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Spende jederzeit ändern können?
    • Sie nur bestimmte Organe zur Spende freigeben bzw. gewisse Organe von der Spende ausschließen können?
    • Sie auch Gewebe spenden können? Dazu zählen unter anderem Augenhornhaut, Knochenmaterial, Gefäße oder auch Haut.
    • etwa 10 Prozent der Wartenden Kinder sind? Bei ihnen sind es meist angeborene Fehlbildungen der Organe, die eine Spende erforderlich machen.
    • Patienten durchschnittlich fünf Jahre auf ein Spendeorgan warten müssen?
     

    Durchgeführte Transplantationen

      In der Zeit von 1963 bis 2011 wurden laut DSO mehr als 70.000 Nieren-Transplantationen, knapp 3.500 Lungentransplantationen, fast 11.000 Herztransplantationen und über 13.500 Lebertransplantationen durchgeführt.  

    Wann werden Organe entnommen?

      Viele Menschen geben als Grund, warum Sie keinen Spendeausweis haben oder kein Spender werden möchten, an, dass Sie die Befürchtung haben, dass Sie „schneller“ für tot erklärt werden als ein Nicht-Spender.   Seien Sie beruhigt: In Deutschland gilt der Hirntod als das Ende des menschlichen Lebens. Erst, wenn ein Mensch für hirntot erklärt wird, wird die Entnahme von Spendeorganen vorgenommen.  

    Definition Hirntod

      Der Hirntod wird festgestellt, wenn das Patientengehirn keinerlei Aktivität mehr aufweist. Das Wiedererlangen des Bewusstseins ist ausgeschlossen, das gesamte Hirn verfügt über keinerlei Funktion mehr.   Der Hirntod kann von Medizinern von anderen Verletzungen des Hirns, etwa einem (Wach-)Koma, eindeutig differenziert werden.  
  • Ehrenamt – sozial engagiertes Arbeiten ist wieder gefragt

     

    Es gab Zeiten, in den das ehrenamtliche Ausüben von Aufgaben gut betuchten Damen aus vornehmem Hause vorbehalten gewesen ist. Es gehörte einfach dazu, dass die Dame von Welt ehrenamtlich engagiert ist; vor allem, da sie nur selten einer beruflichen Tätigkeit nachging.

    Heute sieht das anders aus. Ehrenämter sind in den letzten Jahren immer mehr in Vergessenheit geraten, zeitgleich aber haben sich auch zahlreiche Möglichkeiten aufgetan, wie Menschen anderen helfen können. Ehrenämter sind heut zu Tage wieder „in“. Nicht unbedingt bei den Zwanzigjährigen, aber immerhin. Auch sind es immer mehr junge Leute, die sich für ihre Projekte und Ideale engagieren – auch ehrenamtlich.

    Welche Ehrenämter gibt es?

    Die Möglichkeiten, dass Sie sich ehrenamtlich engagieren möchten, sind nicht nur zahlreich, sondern auch vielfältig. Angefangen von der Ausgabe von Lebensmitteln bei den städtischen Die Tafel – Organisationen, über die medizinische Hilfe bei der Caritas, den Johannitern oder dem Roten Kreuz bis hin zu Organisationsaufgaben bei Hilfsprojekten oder Bündnissen und juristische Aufgaben als Schöffe.

    An wen kann man sich wenden?

    Möchten auch Sie sich sozial engagieren, haben Sie verschiedene Anlaufstellen. Jede Organisation für sich vermittelt Ehrenämter, oftmals können Sie aber auch beim Stadtrat Ihres Wohnortes oder im Bürgermeisteramt Ihrer Stadt eine Übersicht über die Möglichkeiten bekommen.

    Landesweit agieren neben der Caritas, den Johannitern und dem Roten Kreuz auch die Bündnisse sowie Gerichte. Wenden Sie sich am besten an eine Einrichtung in Ihrer Nähe, dort kann man Ihnen sicher einen Ansprechpartner für Ihr Anliegen nennen.

    Wie hoch ist der Zeitaufwand?

    Das Schöne an einem Ehrenamt ist, dass Sie dafür nicht bezahlt werden. Denn das bedeutet: Sie bestimmen den Umfang Ihres Einsatzes selber. Möchten Sie sich täglich engagieren? Oder wöchentlich? Oder aber lieber nur einmal im Monat oder gar auf Abruf? Für alle diese Wünsche wird sich das passende Ehrenamt finden lassen. Sie selber bestimmen, wie viel Zeit Sie in Ihre Tätigkeit investieren.

    Bekommt man eine Aufwandsentschädigung?

    Wenn Sie Geld verdienen möchten, sind Sie im ehrenamtlichen Bereich eindeutig falsch. Doch immer mehr Institutionen und Organisationen zahlen eine kleine Aufwandsentschädigung pro geleistete Stunde oder bei der Mithilfe eines Projektes. Soziale Vereine nutzen auch Ihr Netzwerk gerne, um Ihren ehrenamtlichen Helfern professionelle Weiterbildungen zu ermöglichen, die im Rahmen des Amtes kostenfrei angeboten werden können, ansonsten jedoch gutes Geld kosten können.

    Warum ehrenamtlich arbeiten?

    Die Motive, warum Ehrenamtliche Ihre Zeit für soziale Zwecke opfern, sind ganz individuell. Soziales Engagement sieht im Lebenslauf sehr gut aus, wenn Sie sich aktuell auf eine neue Stelle bewerben, Sie stärken Ihre Persönlichkeit, wenn Sie sozial schwächeren oder hilfsbedürftigen Menschen helfen, zudem können Sie sich mit Themen auseinander setzen oder in Aufgaben einarbeiten, an die Sie sich bislang nicht herangetraut haben.

    Gibt es Nachteile?

    Leider gibt es auch Nachteile. Wenn Sie als Freiwilliger bei der Feuerwehr, dem medizinischen Notdienst oder auch als ehrenamtlicher Richter (Schöffe) tätig sind, können die Einsätze oftmals in Ihre reguläre Arbeitszeit fallen. Da Sie aber im Staatsdienst bzw. Rettungsdienst tätig sind, haben diese Aufgaben Vorrang und Ihr Arbeitgeber muss Sie freistellen. Das missfällt natürlich häufig, so dass die Angabe von entsprechenden Ehrenämtern bei der Bewerbung eine negative Rückmeldung ergeben kann – auch, wenn das gesetzlich nicht zulässig ist. Haben Sie ein entsprechendes Amt inne, kann und darf Ihr Arbeitgeber Sie dadurch keinen Nachteil spüren lassen. Die Realität sieht meist allerdings anders aus.

    Fazit: Ehrenamt ja oder nein?

    Die letztliche Entscheidung liegt ganz allein bei Ihnen. Wenn Sie sich für ein Ehrenamt entscheiden, dann sollten Sie sich vorher genau überlegt haben, was Sie machen möchten, in welchem Umfang und bei welcher Organisation. Doch können Sie – wenn Sie sich falsch entschieden haben oder sich Ihre private oder berufliche Situation ändert – auch immer noch das Amt niederlegen.

  • Wie viel Eroberung braucht der Mensch? – Eroberung gestern und heute

    Eroberungen im politischen Sinne gibt es seit Anbeginn der Zeit. Eroberungen der Liebe ebenfalls. Aber wie viel Eroberung brauchen wir heute noch?
    Wollen Frauen noch erobert werden? Möchten Männer immer noch die Eroberer sein? Oder haben sich die Rollen inzwischen verändert? Sind es vielleicht sogar die Frauen, die erobern, während Männer erobert werden wollen?

    Eine pauschale Antwort darauf wird es wohl nie geben. Historische Persönlichkeiten wie Cleopatra, Jeanne d’Arc, die Legende der Päpstin Johanna und Angela Merkel zeigen: Frauen haben sich schon immer ungern in traditionelle Rollen pressen lassen – und das gilt heute mehr denn je.

    Die klassische Rollenverteilung im Rückblick

    Früher bestimmte die Gesellschaft klare Rollen: Frauen waren Heimchen am Herd, zuständig für Hausarbeit, Kindererziehung und die Gestaltung des Familienlebens. Männer übernahmen das finanzielle Auskommen und die Entscheidungsmacht.

    Heute wirken diese Vorstellungen oft extrem – und doch gibt es sie vereinzelt noch. Niemand möchte in einer Beziehung leben, in der eigene Interessen, Meinungen oder berufliche Ambitionen der Partnerin oder des Partners keinen Platz haben.

    Gleichberechtigung als tägliche Eroberung

    Glücklicherweise hat es in den letzten Jahrzehnten viele „Eroberungen“ im Sinne von Gleichberechtigung gegeben. Frauen haben ihr Selbstbewusstsein und ihre Unabhängigkeit erobert, Männer haben gelernt, Partnerinnen auf Augenhöhe zu respektieren. Familien haben Freiheit erobert – finanziell und mental.

    Eroberung muss dabei nicht immer romantisch oder kriegerisch sein. Sie passiert jeden Tag: im Beruf, in der Freizeit, im Alltag. Ich selbst habe meinen Traumberuf erobert – und gleichzeitig meine Freizeit zurückgewonnen.

    Eroberung ist individuell

    Eroberung findet immer dort statt, wo ein Mensch etwas erreicht, das ihm wichtig ist – egal welches Geschlecht, Alter oder welche Herkunft. Natürlich kann das die Liebe des Lebens sein, doch sie darf heute genauso gut von der Frau erobert werden.

    Wir erobern täglich – im Beruf, in Beziehungen, im persönlichen Leben. Und das ist gut so.

    Fazit: Eroberung heute

    Eroberung ist keine Frage des Geschlechts oder eines historischen Rollenbildes. Sie ist eine Frage des Selbstbewusstseins und der eigenen Ziele. Wir brauchen sie – nur die Definition ist heute flexibel: Es geht nicht darum, jemanden zu „besiegen“ oder Rollen zu erfüllen, sondern darum, das zu erreichen, was uns wirklich wichtig ist.