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  • Erziehung mit ADHS: Ein Ratgeber für die Abenteuer des Lebens

    ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Allein der Name kann schon für ein gewisses Unbehagen sorgen, vor allem für Eltern, die sich mit der Herausforderung konfrontiert sehen, ein Kind mit ADHS zu erziehen.

    Doch wie bei vielen Dingen im Leben, ist auch hier der Schlüssel nicht in der Angst vor dem Unbekannten, sondern in der richtigen Herangehensweise und Perspektive.

    Ja, es wird anstrengend, ja, es wird chaotisch – aber hey, welche Erziehungsreise ist das nicht?

    Und wie bei jeder anderen Reise, gibt es auch bei der Erziehung mit ADHS immer einen Weg, der mit der richtigen Einstellung und einer Portion Humor sehr viel einfacher zu meistern ist.

    Was genau ist ADHS und warum sollten wir nicht in Panik geraten?

    Zunächst einmal – ADHS ist keine schlechte Eigenschaft oder ein Makel. Es ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die sich durch eine Kombination von Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität äußert.

    Manche Kinder mit ADHS sind eher ruhig und verträumt, während andere sich in unaufhörlicher Bewegung befinden und ihre Gedanken rasend schnell hin- und herspringen.

    Es gibt kein „Einheitsbild“, und genau das ist auch das Spannende – jedes Kind (jeder Mensch) mit ADHS ist einzigartig.

    Die Herausforderung, die ADHS mit sich bringt, ist die Tatsache, dass diese Kinder es oft schwer haben, sich zu konzentrieren, Anweisungen zu befolgen oder ihre Impulse zu kontrollieren.

    Und das kann im täglichen Leben zu einigen chaotischen Momenten führen – wie zum Beispiel der berühmten vergessenen Hausaufgabe, die schon dreimal erklärt wurde, oder der ständigen Suche nach dem verlorenen Ranzen.

    Aber: Das ist völlig normal.

    ADHS ist keine Katastrophe. Es ist eine andere Art zu denken und zu leben.

    Die Realität der Erziehung mit ADHS

    Erziehung mit ADHS kann manchmal wie das Jonglieren mit fünf Bällen gleichzeitig aussehen. Ein Ball rollt vom Tisch, der andere springt aus der Hand und der dritte wird über den Kopf geworfen, während der vierte Ball bereits wieder vergessen wurde.

    Klingt anstrengend, oder? Und das ist es auch.

    Aber genau hier liegt der Schlüssel: Verstehen und Akzeptanz.

    Es mag sein, dass der sechste „Warum hast du das nicht schon längst getan?“ nicht die Antwort bringt, die du dir erhofft hast, und dass das fünfte „Ich habe es dir doch gesagt!“ zu einem weiteren Gähnen führt.

    Doch das Wichtigste ist, dass du weißt, dass es nicht an dir oder deinem Kind liegt, sondern an den unterschiedlichen Denkweisen, die ADHS mit sich bringt.

    Wenn du ein Kind mit ADHS erziehst, solltest du eines immer im Hinterkopf behalten: Die Herausforderung ist kein Zeichen von Unwillen oder Faulheit, sondern von einer kognitiven Struktur, die sich von anderen unterscheidet.

    Dein Kind kann nicht einfach „auf Knopfdruck“ funktionieren, aber es kann mit den richtigen Werkzeugen und einer großen Portion Geduld und Liebe seine Talente entfalten.

    Tipps für den ADHS-Alltag: Struktur und Flexibilität sind der Schlüssel

    In der Erziehung mit ADHS geht es um die perfekte Mischung aus Struktur und Flexibilität – und das ist keine leichte Aufgabe.

    Aber es ist auch keine Mission Impossible.

    Hier einige Tipps, die dir und deinem Kind helfen können, den Alltag besser zu bewältigen:

    • Struktur ist dein bester Freund – aber Flexibilität deine Notwendigkeit.

    Kinder mit ADHS fühlen sich oft in einem klar strukturierten Umfeld sicherer. Erstelle Routinen, die die täglichen Aufgaben wie Hausaufgaben, Mahlzeiten und Schlafenszeiten betreffen. Visuelle Hilfsmittel wie To-do-Listen oder Stundenpläne können dabei helfen, den Überblick zu behalten.

    Aber sei auch bereit, flexibel zu sein, wenn es mal nicht klappt. Denn es gibt Tage, an denen der Plan einfach nicht funktioniert – und das ist auch okay!

    • Setze klare, aber freundliche Grenzen.

    Kinder mit ADHS brauchen oft klare Regeln und Strukturen, aber sie reagieren auch gut auf eine freundliche, respektvolle Kommunikation.

    Verwende einfache, direkte Anweisungen und vermeide es, in endlosen Erklärungen oder Diskussionen zu versinken.

    Einfache Aussagen wie „Zeit zum Aufräumen“ sind oft viel effektiver als ein langes „Du hast jetzt schon fünfmal deine Spielsachen liegen lassen, was soll das nur?“

    • Belohnungssysteme können bei ADHS Wunder wirken.

    Positive Verstärkung funktioniert bei vielen Kindern gut – und bei ADHS-Kindern besonders.

    Belohnungssysteme wie ein „Punktesystem“ oder kleine Anreize für erledigte Aufgaben können helfen, Motivation zu fördern.

    Denk daran, kleine Erfolge zu feiern!

    Dein Kind hat es geschafft, sich fünf Minuten lang zu konzentrieren? Hooray!

    Auch kleine Schritte in die richtige Richtung sind riesige Fortschritte.

    • Verstehe die Welt deines ADHS-Kindes.

    Kinder mit ADHS sind oft „emotional intensiver“. Sie fühlen stärker, denken schneller und sind ungeduldiger. Ihr Gehirn verarbeitet Eindrücke in einem Tempo, das für nicht ADHS-ler nur schwer nachzuvollziehen ist.

    Versuche, dich in die Perspektive deines Kindes zu versetzen und reagiere geduldig auf seine Bedürfnisse.

    Empathie und Verständnis sind in der Erziehung mit ADHS ein großer Gewinn.

    Humor ist der beste Begleiter

    Wenn dir beim täglichen Chaos ab und zu der Geduldsfaden reißt, erinnere dich daran: Lachen ist eine der besten Strategien im Umgang mit ADHS.

    Der Moment, in dem dein Kind den fünften Stift des Tages in die Ecke wirft, den du gesucht hast, könnte dich fast an den Rand des Wahnsinns bringen – aber wenn du es mit Humor nimmst, wird es leichter.

    Versteh es nicht als persönlichen Angriff, sondern als das, was es ist: ein weiterer humorvoller Moment auf einer wilden Achterbahnfahrt namens „Erziehung mit ADHS“.

    Und wenn der Tag besonders anstrengend war, dann gönn dir eine Pause und erinnere dich daran, dass auch du dein Bestes gibst.

    Die Belohnung: Die einzigartigen Talente deines ADHS-Kindes

    Erziehung mit ADHS kann dich an deine Grenzen bringen, aber es gibt auch eine enorme Belohnung.

    Kinder mit ADHS sind oft unglaublich kreativ, einfallsreich und voller Energie. Sie denken unkonventionell und sind oft unglaublich einfühlsam.

    Inmitten der Herausforderungen wirst du viele Momente der Freude und Stolz erleben, wenn dein Kind seine besonderen Talente entfaltet.

    Fazit: Es wird nicht immer einfach – aber es lohnt sich

    Erziehung mit ADHS ist wie das Fahren eines Autos auf einer kurvigen Straße. Es gibt steile Anstiege, plötzliche Abfahrten und manchmal auch das Gefühl, den Kurs zu verlieren.

    Aber mit der richtigen Ausrüstung – Geduld, Struktur, Flexibilität und Humor – kannst du dein Ziel erreichen.

    Und denke daran: Du bist nicht allein. Es gibt Unterstützung, es gibt Lösungen, und vor allem gibt es viele Eltern, die genau dieselben Herausforderungen meistern wie du.

    Also schnall dich an, atme tief durch und erinnere dich:

    Du machst einen großartigen Job!

     

  • ADHS als Kompetenz sehen

    ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) und dessen Diagnose ist seit einiger Zeit ein sehr präsentes Thema. Es wird oft als Herausforderung betrachtet, doch es gibt viele Eigenschaften, die Menschen mit ADHS besondere Stärken verleihen und sie in bestimmten Bereichen besonders kompetent machen.

    Hier sind einige Gründe, warum ADHS eine Kompetenz sein kann:

    Kreativität und Innovationsfähigkeit

    Menschen mit ADHS haben oft eine unkonventionelle Denkweise und können kreative Lösungen für Probleme finden. Ihr Gehirn ist ständig aktiv, was sie zu Ideenmaschinen macht. Viele erfolgreiche Künstler, Unternehmer und Erfinder hatten oder haben ADHS.

    Viele erfolgreiche Künstler, Unternehmer und Erfinder haben oder hatten ADHS. Einige wurden offiziell diagnostiziert, andere zeigen viele typische Merkmale. Hier sind einige bekannte Persönlichkeiten, die mit ADHS in Verbindung gebracht werden:

    • Thomas Edison (Erfinder der Glühbirne) – War in der Schule unruhig und wurde als „hyperaktiv“ beschrieben.
    • Steve Jobs (Apple) – Kein offizieller Nachweis, aber sein kreatives Denken und seine Ungeduld sind typisch für ADHS.
    • Leonardo da Vinci (Maler, Erfinder) – Viele Historiker glauben, dass er ADHS hatte, weil er extrem viele Projekte begann, aber oft nicht beendete.
    • Mozart (Komponist) – War als Kind sehr impulsiv und zappelig, was heute oft mit ADHS in Verbindung gebracht wird.
    • Justin Timberlake (Musiker, Schauspieler) – Hat offiziell bestätigt, dass er ADHS und Zwangsstörungen (OCD) hat.
    • Will.i.am (Rapper, Produzent) – Spricht offen darüber, wie ADHS ihm in der Musik geholfen hat.
    • Jim Carrey (Schauspieler, Komiker) – Wurde als Kind mit ADHS diagnostiziert und hat es als Stärke genutzt.
    • Agatha Christie (Krimi-Autorin) – Hatte laut Biografien Konzentrationsprobleme, was auf ADHS hindeuten könnte.

    ADHS-Hyperfokus als Superkraft

    Auch wenn Konzentrationsprobleme typisch sind, können Menschen mit ADHS in Themen, die sie interessieren, einen sogenannten „Hyperfokus“ entwickeln. Das bedeutet, dass sie sich über Stunden extrem intensiv mit einer Sache beschäftigen können – oft mit beeindruckenden Ergebnissen.

    Hohe Energie und Begeisterungsfähigkeit

    Viele Menschen mit ADHS sind außerdem energiegeladen und stecken andere mit ihrer Begeisterung an. Sie bringen Schwung in Teams, können motivieren und sind oft sehr leidenschaftlich bei ihren Projekten.

    Risikobereitschaft und Abenteuerlust dank ADHS

    ADHS-Betroffene neigen dazu, neue Dinge auszuprobieren und sich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Das macht sie oft zu erfolgreichen Unternehmern oder Entdeckern, weil sie keine Angst vor dem Scheitern haben.

    Schnelle Auffassungsgabe und Anpassungsfähigkeit

    Viele Menschen mit ADHS können sehr schnell neue Informationen aufnehmen und sich an neue Situationen anpassen. Das ist in schnelllebigen Berufen und kreativen Bereichen von Vorteil.

    Hohe Empathie und soziale Intuition

    ADHS kann auch mit einer ausgeprägten emotionalen Intelligenz einhergehen. Viele Betroffene sind sehr empathisch, weil sie selbst oft Missverständnisse erlebt haben und sich gut in andere hineinfühlen können.

    Was ist ADHS aber überhaupt?

    ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die sich durch Herausforderungen in den Bereichen  Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität äußert. Sie beginnt in der Kindheit und kann bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.

    Die drei Hauptmerkmale von ADHS

    1. Unaufmerksamkeit

    • Schwierigkeiten, sich über längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren
    • Leichte Ablenkbarkeit durch äußere Reize
    • Vergesslichkeit und Probleme mit der Organisation

    2. Impulsivität

    • Handeln, bevor man nachdenkt
    • Schwierigkeiten, abzuwarten oder sich an Regeln zu halten
    • Emotionale Impulsivität (z. B. schnelle Frustration oder Stimmungsschwankungen)

    3. Hyperaktivität (muss sich nicht immer äußerlich bemerkbar machen)

    • Übermäßige körperliche Unruhe (bei Kindern z. B. Zappeln, Rennen)
    • Bei Erwachsenen oft innere Unruhe oder ein starkes Bedürfnis nach Aktivität

    Aus diesen Merkmalen und deren Intensivität ergeben sich drei ADHS-Typen:

    • Vorwiegend unaufmerksam (früher als ADS bezeichnet) → Weniger hyperaktiv, aber stark zerstreut und vergesslich
    • Vorwiegend hyperaktiv-impulsiv → Wenig Probleme mit Unaufmerksamkeit, aber viel innere Unruhe
    • Kombinierter Typ → Sowohl Unaufmerksamkeit als auch Hyperaktivität und Impulsivität

    Da man heute weiß, dass alle ADHS-Typen mit einer Art Hyperaktivität (physisch oder mental) einhergehen, wird die Bezeichnung ADS in den Diagnosen nicht mehr genutzt. Alle drei ADHS-Typen werden unter der ICD10 F90.x bzw. ICD11 6A05.x geführt.

    Ursachen von ADHS

    Auch, wenn sich derartige Behauptungen immer noch halten und so zu noch mehr Frust bei allen Beteiligten führen können: ADHS ist keine Erziehungsfrage.

    ADHS hat vielmehr biologische Ursachen.

    Die wichtigsten Faktoren sind:

    • Genetik: ADHS ist stark erblich bedingt
    • Neurobiologie: Unterschiede in der Hirnchemie (z. B. Dopaminhaushalt)
    • Umweltfaktoren: Stress, frühkindliche Erfahrungen, Ernährung können (!) eine Rolle spielen

    Behandlungsmöglichkeiten

    Eines vorweg: ADHS kann nicht „geheilt“ werden, aber es gibt Strategien, um besser damit umzugehen:

    • Medikamente (z. B. Methylphenidat/Ritalin) helfen vielen Menschen
    • Verhaltenstherapie zur Verbesserung von Organisation und Selbstregulation
    • Ernährung & Bewegung können unterstützend wirken
    • Coaching & Strukturierungstechniken helfen im Alltag

    Häufigkeit von ADHS

    Aktuell ist ADHS immer wieder medial vertreten, so dass der Eindruck entstehen kann, dass die Zahl der Betroffenen enorm ist. Einige bezeichnen die Vielzahl an Neu-Diagnosen auch als „Modediagnose“ und sprechen den Betroffenen damit einen etwaigen Leidendruck ab.

    ADHS ist aber tatsächlich eine der häufigsten neurobiologischen Entwicklungsvarianten und tritt weltweit auf. Die genaue Häufigkeit variiert je nach Studien und Diagnosekriterien, aber hier sind die wichtigsten Zahlen:

    ADHS bei Kindern

    • Etwa 5–7 % aller Kinder weltweit haben ADHS.
    • Jungen werden etwa zweimal häufiger diagnostiziert als Mädchen, was zum Teil daran liegt, dass ADHS bei Mädchen oft anders aussieht (weniger Hyperaktivität, mehr Unaufmerksamkeit).

    ADHS bei Erwachsenen

    • Etwa 2–5 % der Erwachsenen haben ADHS.
    • Viele Betroffene werden erst spät diagnostiziert, da ADHS-Symptome im Erwachsenenalter anders wirken (z. B. eher innere Unruhe als Hyperaktivität).

    Auch bei der Diagnose im Erwachsenenalter ist die Diagnostik bei und für Frauen häufiger schwieriger. Das liegt zum einen an den Unterschieden in der Symptomatik, zum anderen aber auch daran, dass viele Frauen während ihres Heranwachsens gelernt haben, sich anzupassen. Das so genannte „Maskieren“ ermöglicht einen weitgehend unauffälligen Alltag, der jedoch häufig nur oberflächlich Bestand hat.

    Warum variiert die Häufigkeit je nach Studie?

    • Die Diagnose hängt davon ab, wie ADHS definiert wird (DSM-5, ICD-11 usw.).
    • Manche Menschen haben ADHS, aber keine offizielle Diagnose.
    • Mädchen und Frauen werden oft übersehen, weil ihre Symptome subtiler sind.

    ADHS ist relativ häufig und betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Die Zahlen zeigen, dass es keine seltene „Störung“ ist, sondern eine normale Variation der menschlichen Neurologie.

    Als Störung wird ADHS bezeichnet, weil es in bestimmten Bereichen des Lebens (z. B. Schule, Arbeit, soziale Beziehungen) zu Schwierigkeiten führen kann. Der Begriff „Störung“ bedeutet in der Medizin, dass etwas von der „Norm“ abweicht und zu Problemen führt – aber das bedeutet wie bereits erwähnt nicht, dass ADHS nur negativ ist.

    Warum wird ADHS als Störung klassifiziert?

    • Beeinträchtigungen im Alltag
      • Konzentrationsprobleme in der Schule oder bei der Arbeit
      • Schwierigkeiten mit Organisation und Zeitmanagement
      • Impulsives Verhalten, das zu Konflikten führen kann
    • Medizinische und neurologische Grundlage
      • Studien zeigen, dass ADHS mit einer veränderten Hirnchemie (v. a. Dopamin- und Noradrenalin-Haushalt) zusammenhängt
      • Bestimmte Hirnareale (z. B. der präfrontale Kortex) arbeiten anders als bei Menschen ohne ADHS
    • Diagnostische Kriterien
      • ADHS wird im Diagnosehandbuch DSM-5 und der ICD-1=&11 der WHO als psychische Störung gelistet
      • Ärzte und Psychologen verwenden diese Kriterien, um eine Diagnose zu stellen

    Ist ADHS also wirklich eine Störung?

    Oder einfach eine andere Art zu sein? Diese Frage lässt sich nicht einheitlich beantworten. Viele Menschen, insbesondere mit der Diagnose ADHS,  sehen ihre ADHS nicht als reine Störung, sondern als neurodiverse Variante des Gehirns. Das bedeutet: Das Gehirn funktioniert einfach anders – nicht besser oder schlechter, sondern mit eigenen Stärken und Herausforderungen. Auch ich persönlich sehe ADHS nicht als Störung, weswegen ich mir erlaube, diese Bezeichnung in Anführungszeichen zu verwenden.

    ADHS wird als Störung klassifiziert, weil es in der heutigen Gesellschaft oft zu Problemen führt – vor allem in einem Umfeld, das viel Struktur und Konzentration erfordert (z. B. Schule oder Büroarbeit). Aber wenn man ADHS richtig versteht und die eigenen Stärken nutzt, kann es auch eine Kompetenz sein. Zur Erinnerung:

    • Kreativität: Viele Menschen mit ADHS haben innovative Ideen
    • Hyperfokus: Bei Interesse können sie sich extrem gut auf eine Sache konzentrieren
    • Energie & Begeisterung: Sie sind oft sehr leidenschaftlich bei Dingen, die sie mögen
    • Spontanität & Flexibilität: Sie denken schnell und sind offen für Neues

     

    Fazit:
    ADHS kann Herausforderungen mit sich bringen, aber wenn man die Stärken erkennt und gezielt einsetzt, kann es eine enorme Kompetenz sein. Viele erfolgreiche Menschen haben gelernt, ihre ADHS-bedingten Fähigkeiten in Beruf und Alltag als Vorteil zu nutzen.

    Wie siehst du das? Ist ADHS für dich eher Fähigkeit oder Störung?

  • Warum lügen wir am Anfang einer Beziehung häufig?

    Die lügen doch eh alle!

    Wie oft ist es dir schon passiert, dass du einen Menschen kennenlernst, den du wirklich interessant findest? Ihr unterhaltet euch viel miteinander, entdeckt zahlreiche Gemeinsamkeiten und entscheidet, künftig als Paar durchs Leben zu gehen. Ihr lernt euch weiter, besser kennen und irgendwann kommt der Punkt, an dem du dich fragst „hä? das wurde mir aber am Anfang doch ganz anders erzählt?!“. Die ersten Lügen, oder kleine Schummeleien, werden entdeckt.

    Dabei muss es nicht einmal um essentielle Dinge wie einen (nicht vorhandenen) Kinderwunsch oder dramatische Wendungen im Lebenslauf gehen. Häufig sind es sogar die kleinen Dinge, die uns am Anfang stutzig machen.

    „Ja, ich geh auch total gerne auf Konzerte!“ – und dann wird jede Anfrage nach einem gemeinsamen Konzert abgelehnt, weil derartige Veranstaltungen zu laut seien, die Menschenmassen überfordern oder man nicht so viel Geld nur für einen Abend ausgeben möchte.

    „Ja, ich bekomm den Kopf auch am besten beim Joggen frei!“ – und dann fällt in einem anderen Gespräch, Monate später, die Aussage, dass man Ballsportarten schon klasse findet, aber das zugehörige Lauftraining meist schwänze, Laufen sowieso voll anstrengend sei und man doch eher der Gym-Typ in der Gewichteecke sei.

    Bei diesen vermeintlich kleinen Lügen werden wir stutzig, denken aber vielleicht noch, dass wir uns wahrscheinlich am Anfang nur verhört oder es missverstanden haben. Doch mit der Zeit, wenn solche Diskrepanzen immer häufiger vorkommen, fängt das Bauchgefühl an, sich zu melden. Aus einem stutzig sein wird ein Hinterfragen, aus dem Hinterfragen wird eine Vertrauensfrage.

    Doch warum ist das so? Warum lügen wir, wenn wir jemanden kennenlernen, obwohl wir denjenigen gerne (dauerhaft) in unserem Leben hätten?

    Verschiedene Gründe bringen uns dazu zu lügen

    Wenn Menschen zu Beginn einer Beziehung – und häufig auch (weit) über die Kennenlernphase hinaus – lügen, tun sie das aus verschiedenen Gründen. Vielleicht ist es ein konkreter, bei den meisten aber dürfte es sich aus einem Mix aus den folgenden Optionen handeln:

    Lügen, um zu beeindrucken

    Einer der häufigsten Gründe für das Lügen ist, dass wir uns von unserer besten Seite zeigen wollen und mit geschönten oder angepassten Aussagen versuchen, den anderen zu beeindrucken. Mit zustimmenden Aussagen, dass man gewisse Aktivitäten auch schätze oder bestimmte Vorstellungen vom Leben gemeinsam habe, schafft man Vertrauen und damit eine Nähe. Die Partner fühlen sich verstanden, zueinander hingezogen und bauen eine Bindung auf. Im ersten Moment haben diese Lügen eine positive Wirkung.

    Dass diese Bindung aber auf wackligen Beinen steht, wenn die Inhalte der Zustimmungen nicht der Wahrheit entsprechen, wird in diesem Moment ausgeblendet. Später, wenn die Lügen  vielleicht mal ans Licht kommen, ist ja schon die große Liebe da. Dann wird das schon nicht mehr so schlimm sein.

    Lügen als Selbstschutz

    Manchmal aber möchten Menschen mit dem Lügen auch ihre Schwächen oder Unsicherheiten verbergen, besonders wenn sie jemanden neu kennenlernen. Sie glauben, dass kleine Unwahrheiten sie in den Augen des anderen besser erscheinen lassen.

    Ähnlich wie beim Lügen um zu beeindrucken wird auch bei diesem Hintergrund durch das erzählen einer Unwahrheit eine Verbindung aufgebaut. Vertrauen geschaffen. Zumindest suggeriert die Lüge das dem Gegenüber, der zu dem Zeitpunkt noch von einer Wahrheit ausgeht, das erst einmal.

    Dass der Selbstschutz in Gefahr gerät, wenn die Lügen auffliegen, darüber wird in den wenigsten Fällen schon während der Lüge (oder zu irgendeinem anderen Zeitpunkt) nachgedacht. Es wird erst gehandelt, wenn die Lüge zweifelsfrei aufgedeckt wurde – wenn überhaupt. Manchmal wird dann mit einer weiteren Lüge versucht, die erste zu überdecken oder zu begründen. Das daraus möglicherweise entstehende Chaos findet keine Beachtung.

    Angst vor Ablehnung

    Mit dem Selbstschutz einher geht häufig eine Angst vor Ablehnung. Viele Menschen haben Angst, abgelehnt zu werden, wenn sie ihre „wahre“ Seite zeigen. Vor allem, wenn sie selbst das Gegenüber zwar toll finden, aber noch nicht ausreichend über diese Person wissen, um diese einschätzen zu können. Deshalb neigen sie dazu, Dinge zu übertreiben oder zu verschönern, um sicherzustellen, dass auch sie vom anderen gemocht werden.

    Auch ist es möglich, dass jemand in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht hat, dass mit der einen Sichtweise, der anderen Geschichte, einer erzählten Fantasie oder einer erlebten Situation bei einem Gegenüber schlecht dastanden oder sogar aufgrund dessen gemobbt worden sind. Diese Erfahrung soll sich nach Möglichkeit nicht wiederholen, so dass nun bei dem Thema die Entscheidung für das Lügen fällt.

    Lügen aufgrund von Erwartungen und Idealbildern

    Beim Kennenlernen und in den ersten Phasen einer Beziehung gibt es oft eine Vorstellung davon, was die perfekte Partnerschaft ausmacht. Diese meist eher unrealistischen Erwartungen können dazu führen, dass Menschen in ihren Erzählungen oder sogar Handlungsweisen Aspekte ihres Lebens oder Charakters verändern oder verschönern, um diesen Idealen zu entsprechen.

    Dass diese nicht den Tatsachen entsprechen, fällt häufig erst nach einiger Zeit auf, wenn sich die Person entweder sicher fühlt oder aber diesen Schein nicht länger aufrechterhalten kann, weil es zu anstrengend wird. Manchmal bröckelt so eine Fassade auch Schritt für Schritt und es wird nicht direkt eine vorher getragene Maske abgenommen.

    Mangel an Vertrauen

    Wir alle haben in unserem bisherigen Erfahrungen gesammelt. Gute wie schlechte. Und diese prägen uns, auch, wenn wir das nicht immer bewusst wahrnehmen.

    In der Anfangsphase einer Beziehung nun kennt man den anderen noch nicht so gut und vertraut ihm möglicherweise noch nicht vollständig. Deshalb könnten manche Menschen Informationen zurückhalten oder lügen, um sich vor möglichen negativen Reaktionen zu schützen.

    Während ein zurückhalten, ein ehrliches „du, da möchte ich im Moment nichts zu sagen, hab bitte Verständnis dafür – ich werde es dir zu gegebener Zeit erzählen“, zu einer Bindung und einem Vertrauensaufbau innerhalb der wachsenden Beziehung beitragen kann, wird die Lüge eher das Gegenteil bewirken.

    Lügen wegen fehlender Selbstreflexion

    Einige Menschen sind sich vielleicht gar nicht bewusst, dass sie lügen oder die Wahrheit verzerren. Sie haben möglicherweise das Gefühl, dass diese „kleinen Lügen“ keinen Schaden anrichten oder dass sie einfach dazugehören, um eine „gute“ Partnerschaft zu beginnen. Vielleicht merken sie es selbst einmal, dass sie nicht die Wahrheit sagen, weil sie selbst tatsächlich gerne so wären und sich in ihrer Fantasie eine entsprechende Vergangenheit oder sogar einen „neuen Charakter“ erschaffen. Selbst sind sie überzeugt davon, dass es so ist, auch wenn ihre Handlungsweise ganz anderes zeigt.

    Aus welchem Grund auch immer gelogen wird, die Wahrheit kommt meist an Licht. Oft aber erst, wenn die Beziehung wächst und das Vertrauen stärker wird. Am Anfang kann es daher für Menschen ganz normal sein, dass es ein gewisses Maß an Anpassung und sogar Unwahrheiten gibt. Ob man es dann aber von der Kennenlernphase in eine stabile, vertrauensbasierte Beziehung schafft, ist ein bisschen von den Gründen, viel aber von dem Willen der beiden Partner abhängig.

     

  • Wertschätzende Kommunikation in einer Partnerschaft

    Wertschätzende Kommunikation ist eine der Grundlagen für eine gesunde und glückliche Beziehung. Sie fördert das gegenseitige Verständnis, stärkt das Vertrauen und sorgt dafür, dass beide Partner sich gehört, respektiert und unterstützt fühlen. Hier sind einige Prinzipien, wie wertschätzende Kommunikation in einer Beziehung gefördert werden kann:

    Wertschätzung zeigen durch aktives Zuhören

    • Volle Aufmerksamkeit schenken: Wenn dein Partner spricht, solltest du dich wirklich auf das Gesagte konzentrieren, ohne abzuschweifen oder den Gesprächspartner zu unterbrechen.
    • Paraphrasieren: Wiederhole in eigenen Worten, was dein Partner gesagt hat, um sicherzustellen, dass du es richtig verstanden hast und deinem Partner zu zeigen, dass du ihn ernst nimmst.
    • Empathie zeigen: Versuche, dich in die Lage deines Partners zu versetzen, und zeige Mitgefühl für seine Gefühle und Gedanken.

    Ich-Botschaften statt Du-Botschaften

    • Ich-Botschaften verwenden: Anstatt deinem Partner Vorwürfe zu machen (z. B. „Du machst nie…“), drücke aus, wie du dich fühlst (z. B. „Ich fühle mich traurig, wenn…“).
    • Vermeide Schuldzuweisungen: Vermeide Aussagen, die deinen Partner angreifen oder verurteilen, da diese oft zu Abwehrhaltungen führen.

    Respekt und Wertschätzung zeigen

    • Lob und Anerkennung: Anerkenne und schätze die positiven Dinge, die dein Partner tut. Ein einfaches „Danke, dass du das gemacht hast“ kann viel bewirken.
    • Respekt für die Meinung deines Partners: Auch wenn du nicht immer der gleichen Ansicht bist, ist es wichtig, die Sichtweise des anderen zu respektieren und zu verstehen, dass unterschiedliche Meinungen normal sind.

    Konstruktive Kritik

    • Sanft und lösungsorientiert: Wenn Kritik notwendig ist, sollte sie konstruktiv und in einer Art und Weise geäußert werden, die deinen Partner nicht entmutigt. Statt zu sagen „Du machst das immer falsch“, könntest du sagen „Vielleicht könnten wir das beim nächsten Mal so machen…“.
    • Zeit und Ort wählen: Kritik sollte nicht inmitten eines Streits oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt geäußert werden. Ein ruhiger Moment ist oft besser, um Themen anzusprechen.

    Offenheit und Ehrlichkeit

    • Gefühle ausdrücken: In einer wertschätzenden Kommunikation ist es wichtig, seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse ehrlich zu kommunizieren, ohne Angst vor Verurteilung zu haben.
    • Vertrauen schaffen: Ehrlichkeit fördert das Vertrauen, und je mehr man seine Gedanken und Gefühle offen teilen kann, desto stärker wird die Beziehung.

    Beachte auch die nonverbalen Zeichen

    • Körpersprache: Auch nonverbale Kommunikation wie Mimik, Gestik und Augenkontakt spielt eine große Rolle. Eine offene und freundliche Körpersprache kann das Gespräch unterstützen.
    • Tonfall und Lautstärke: Dein Tonfall sollte prinzipiell ruhig und respektvoll sein, auch wenn es um schwierige Themen geht. Ein harter, lauter Ton kann schnell als Angriff wahrgenommen werden.

    Gemeinsam Lösungen finden

    • Zusammen arbeiten: Wenn es Probleme gibt, geht es nicht darum, den Schuldigen zu finden, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Fragen wie „Wie können wir das gemeinsam besser machen?“ fördern das Gefühl der Partnerschaft und Zusammenarbeit.
    • Kompromisse eingehen: Manchmal ist es notwendig, Kompromisse einzugehen, um die Bedürfnisse beider Partner zu berücksichtigen. Dabei sollte der Fokus darauf liegen, was für beide fair und akzeptabel ist.

    Geduld und Verständnis

    • Geduld mit dir selbst und deinem Partner: Nicht immer wird die Kommunikation perfekt laufen, und es wird auch Herausforderungen geben. Geduld mit dem Prozess und dem Partner zu haben, ist entscheidend für eine respektvolle Beziehung.
    • Rücksicht auf den Moment: Manchmal ist es wichtig, auch auf den emotionalen Zustand des Partners Rücksicht zu nehmen. Wenn jemand gestresst oder traurig ist, kann es sinnvoller sein, ein Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

    Humor und Leichtigkeit

    • Miteinander Lachen: Humor kann helfen, Spannungen zu lösen und eine positive Atmosphäre zu schaffen. Gemeinsames Lachen fördert das Gefühl von Verbundenheit und Leichtigkeit.

    Wertschätzende Kommunikation ist ein kontinuierlicher Prozess, der sowohl Anstrengung als auch die Bereitschaft erfordert, auf den anderen zuzugehen. Sie stärkt nicht nur das gegenseitige Vertrauen, sondern sorgt auch dafür, dass sich beide Partner in der Beziehung gesehen und respektiert fühlen. Wertschätzende Kommunikation ist vielleicht nicht der Schlüssel zu einer lebenslangen Beziehung, aber sie dürfte wohl in vielen dieser Partnerschaften einen nicht unbeachtlichen Teil zum Gelingen beitragen.

     

  • Mein Angebot: Gewaltfreie Kommunikation in Erziehung und Job

    Gewaltfreie Kommunikation – eine wunderbare Art des Miteinanders, die auf Respekt, Ehrlichkeit und Empathie basiert.

    In der Erziehung möchten wir das Beste für unsere Kinder, doch manchmal geraten wir an unsere Grenzen. Wie können wir Konflikte lösen, ohne Gewalt oder Aggression? Die gewaltfreie Kommunikation bietet dafür die passenden Werkzeuge. Durch die behutsame Anwendung von einfühlsamen Dialogen kannst du Konflikte verstehen, sie konstruktiv ansprechen und gemeinsame Lösungen entwickeln. So schaffst du eine liebevolle und harmonische Atmosphäre in deiner Familie.

    Doch nicht nur in der Erziehung ist gewaltfreie Kommunikation von Bedeutung. Auch im Job kann sie zur Schlüsselqualifikation werden. Eine effektive und respektvolle Kommunikation am Arbeitsplatz fördert das Teamwork, steigert die Mitarbeiterzufriedenheit und erhöht die Produktivität. Indem wir auf gewaltfreie Kommunikation setzen, schaffen wir eine positive und motivierende Arbeitsumgebung, in der Ideen fließen und Kreativität gedeiht.

    Ich biete Schulungen, Workshops und individuelle Coachings an, um deine Fähigkeiten zu entwickeln und zu stärken. Lerne, deine Emotionen auszudrücken, deine Bedürfnisse klar zu kommunizieren und aufmerksam zuzuhören. Gemeinsam finden wir Wege, um Missverständnisse zu vermeiden und Konflikte auf konstruktive Weise zu lösen.

    Lerne gewaltfreie Kommunikation – Für ein respektvolles Miteinander!

    Bist du es leid, in Gesprächen immer wieder Missverständnisse und Konflikte zu erleben? Möchtest du lernen, wie du deine Gedanken und Gefühle auf eine Weise ausdrücken kannst, die Verständnis und Zusammenarbeit fördert?

    Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein bewährtes Kommunikationsmodell, das dir hilft, aufrichtig und empathisch zu sprechen – und vor allem: zuzuhören. Sie unterstützt dich dabei, Konflikte ohne Angriff und Verteidigung zu lösen und fördert eine tiefere Verbindung zu deinen Mitmenschen.

    Was du lernen wirst:

    • Aktives Zuhören: Verstehen, was wirklich gesagt wird, ohne zu urteilen.
    • Selbstreflexion: Deine eigenen Bedürfnisse und Gefühle klar benennen.
    • Empathie: Dich in die Perspektive anderer hineinversetzen und respektvoll reagieren.
    • Klarheit: Deine Botschaften so formulieren, dass sie respektvoll und effektiv ankommen.

    Die Vorteile für dich:

    • Weniger Missverständnisse und Konflikte
    • Mehr Verständnis und Harmonie in deinen Beziehungen
    • Weniger Stress und Ärger im Alltag
    • Mehr Selbstbewusstsein und Zufriedenheit in der Kommunikation

    Verändere deine Kommunikation – und erlebe, wie sich deine Beziehungen verbessern. Melde dich jetzt an und beginne noch heute mit der gewaltfreien Kommunikation!

     

  • Gewaltfreie Kommunikation – Vorteile für dich und dein Unternehmen

    Kommunikation ist überall. Wenn verschiedene Menschen aufeinandertreffen, kommt es hin und wieder zu Konflikten. Das ist im Privatleben ebenso wie im Berufsalltag, Meinungsverschiedenheiten gehören zu unserem Leben dazu. Wenn Probleme oder Missverständnisse aber unausgesprochen bleiben oder als Vorwurf kommuniziert werden, ist das belastend für die Betroffenen. Im geschäftlichen Umfeld zudem sogar häufig teuer. Laut einer KPMG-Studie verbringen Vollzeit-Angestellte im Schnitt 48 bis 72 Minuten ihrer täglichen Arbeitszeit mit Streitereien. Rechne das einmal auf den Stundensatz der Mitarbeiter um – das ist eine Menge Geld, das für Streitereien aufgebracht werden muss. Dabei sind es jedoch nicht die Konflikte an sich, die anzuprangern sind, sondern vielmehr der Umgang mit ihnen. Stell dir einmal folgende Situation vor: Das Meeting beginnt. Doch anstatt über das Projekt zu sprechen, wird ein Plausch gehalten – über das Wochenende, den Urlaub oder andere, an dieser Stelle unwichtige, Dinge. Daraus resultiert, dass das Meeting (deutlich) länger dauert als geplant und sich dein Feierabend nach hinten verschiebt. Abends kommst du dadurch zu spät zu deiner Verabredung und lässt dich daher bei deiner Familie oder deinen Freunden über diese unnütze Zeitverschwendung und die daran beteiligten Kollegen aus. Und über ein paar weitere wird auch noch geschimpft. Dadurch wird sich wahrscheinlich nichts ändern. Im Gegenteil. Immer wieder gerätst du in ähnliche Situationen und deine Laune wird immer schlechter. Hinzu kommt, dass dich die Kollegen, über die du nach der Arbeit schimpfst, beginnen dich zu meiden. Ziemlich blöde Situation, oder?

    Kommunikation geht auch anders

    Es gibt die Möglichkeit, einen empathischen Kontakt zum Gegenüber herzustellen. Basis ist die von Marshall B. Rosenberg entwickelte Methode der Gewaltfreien Kommunikation, kurz GFK. Sie ist angelehnt an Mahatma Gandhis gewaltfreien Widerstand. Aufgebaut ist diese Art der Kommunikation in vier Bereiche:
    1. Wertfreie Beobachtung: Was sehe ich?
    2. Wahrnehmung von Gefühlen: Was fühle ich?
    3. Bedürfnisse erkennen: Was brauche ich?
    4. Bitten zur Bedürfnis-Erfüllung formulieren: Wie bekomme ich, was ich brauche?
    Allein mit dem Lesen eines Artikels über gewaltfreie Kommunikation wirst du Konflikte noch nicht neu bewerten können, aber mit etwas Übung funktioniert es gut. Dafür gehst du die vier Schritte einzeln durch:

    Gewaltfreie Kommunikation beginnt mit einer wertfreien Beobachtung

    Beobachte eine Situation wertfrei. Das bedeutet, dass du dir die Situation ansiehst, aber dir keine Meinung darüber bildest. Du siehst objektiv zu, ohne Emotionen, ohne Wertung, ohne Beurteilung. Gerne nimmst du dir ein wenig Abstand und wirfst mit diesem einen weiteren Blick auf die Geschehnisse. Übung: Setz dich in einen Park und beobachte die Menschen dort. Überlege dir, was du siehst. Urteile nicht über das Gesehene, sondern konzentriere dich ausschließlich auf die Fakten. Du könntest etwa einen älteren Herren mit einer hübschen, jüngeren Dame spazieren gehen sehen. Anstatt nun zu denken „Das ist bestimmt ihr Vater“, „Der sieht aber glücklich aus“, „Sie muss ihn bestimmt pflegen“ oder „Wie kommt denn der Alte zu so einer jungen, attraktiven Frau?“, stelle fest, was du siehst. Die beispielhaften Gedanken sind alles Meinungen oder Wertungen, du aber stellst lediglich fest, was du tatsächlich siehst.

    Wahrnehmung von Gefühlen

    Im nächsten Schritt zu einer gewaltfreien Kommunikation nimmst du nun deine Gefühle wahr. Höre in dich hinein und achte darauf, welche Emotion die gesehene Situation in dir auslöst. Ignoriere nichts, urteile nicht übereilt, höre ganz tief in dich hinein. Nimm deine Gefühle wahr und wenn du möchtest, offenbarst du diese auch deinem Gegenüber. Übung: Welche Gefühle lösen die im Park gesehenen Menschen und Situationen bei dir aus? Bist du eifersüchtig („Wie kommt denn der Alte zu so einer jungen, attraktiven Frau?“) oder aufopferungsvoll („Sie muss ihn bestimmt pflegen“), sind deine Emotionen eher positiv („Der sieht aber glücklich aus“) oder eher negativ („Die will bestimmt nur sein Geld“)? Tipp: Ein Gefühl ist es, wenn du sagen kannst „Ich bin…“ oder „Ich fühle…“, eine Meinung ist es, wenn du sagst „Ich denke, dass …“ oder „Meiner Meinung nach…“.

    Bedürfnisse erkennen, um eine wertfreie Kommunikation zu führen

    Die entstandenen Gefühle werden ausgelöst, weil dahinter ein Bedürfnis steckt. Wird dieses Bedürfnis gestillt, entsteht ein positives Gefühl – wird es jedoch nicht gestillt, entwickelt sich ein negatives Gefühl. Übung: Überlege dir, welches Bedürfnis nicht gestillt wurde, damit sich das bei dir entstandene Gefühl entwickeln konnte. Was brauchst du in diesem Moment, um in ein gutes Gefühl zu kommen?

    Bitten zur Bedürfnis-Erfüllung formulieren

    Du weißt jetzt, warum du ein (negatives) Gefühl bekommen hast. Das hilft dir, dich selbst und dein Verhalten besser zu verstehen. Anstatt sich insgeheim zu ärgern oder mit anderen, unbeteiligten Personen, über ärgerliche Situation zu sprechen, geht es in der gewaltfreien Kommunikation darum, eine Lösung zu finden. Handlungsorientiert ist hierbei das Zauberwort. Das bedeutet, dass du in Konfliktsituationen selbst aktiv wirst und das formulierst, was du im dritten Schritt herausgefunden hast. Bitte darum, dass dein Bedürfnis gestillt wird. Übung: Überlege einmal, was für eine Bitte das in der am Anfang beschriebenen Meeting-Situation sein könnte.

    Gewaltfreie Kommunikation – was ist das?

    In der gewaltfreien Kommunikation geht es um Ich-Botschaften anstatt um Du-Ansagen. Dabei stehen dir verschiedene Vorgehensweisen zur Verfügung:
    • Du äußerst, was du benötigst.
    • Du reagierst empathisch auf dein Gegenüber.
    • Du vermittelst deinem Gegenüber, dass du nicht ihn als Menschen, sondern lediglich die aktuelle Situation kritisierst.
    • Du änderst deine Sicht auf die Dinge.
    Anstatt dass du dem anderen vorwirfst, was er oder sie falsch gemacht hat, kommunizierst du, was du benötigst, um wieder in ein gutes Gefühl zu kommen.

    Wertschätzende Kommunikation

    Gemeinsam haben all diese Optionen die Wertschätzung. Nicht nur Wertschätzung den anderen gegenüber, sondern auch dir selbst. Du gibst deinen Gefühlen und Gedanken Raum, du hinterfragst deinen ersten Impuls und du löst dadurch auch herausfordernde Situationen wertschätzend für alle Beteiligten. Anstatt in den Angriff zu gehen und Sätze zu beginnen mit „Du hast aber xy falsch gemacht!“ öffnest du dich deinem Gesprächspartner mit Satzanfängen wie „Mir geht es dabei nicht gut, weil…“ und nimmst damit die Aggression aus der Kommunikation und damit auch der Situation heraus. Aus einer Kommunikation mit Vorwürfen, Lästereien und Unterstellungen wird so ein empathischer, effizienter und wertschätzender Umgang. Mit deinen Mitmenschen und dir selbst.

    Übung macht den Meister – auch bei der Kommunikation

    Wertschätzende Kommunikation ist geprägt von Lösungen, anstatt von Angriffen und Schuldzuweisungen. Einfach ist diese Art der Kommunikation nicht, doch die Übung lohnt sich. Nicht nur für den Berufsalltag, sondern auch im Privatleben. Familien werden harmonischer, Freundschaften intensiver und sogar oberflächliche Kontakte werden positiver, wenn wir wertschätzend miteinander umgehen.

    Vorteile einer wertschätzenden Kommunikation im Berufsalltag

    Mit einer wertschätzenden Kommunikation kannst du, unabhängig deiner hierarchischen Position, deinen Berufsalltag optimieren.
    • Du selbst bekommst Klarheit über deine Wünsche und Bedürfnisse. Die wiederum helfen dir, deine Ziele zu definieren und zu konkretisieren.
    • Mitarbeitergespräche und Meetings werden authentischer und lösungsorientierter, meist auch effizienter und effektiver.
    • Arbeitsprozesse werden lösungsorientierter und damit effektiver.
    • Du kannst mit GFK einen positiven Veränderungsprozess in der Organisationsentwicklung anstoßen, wenn rund eine Stunde Arbeitszeit pro Vollzeit-Mitarbeiter nun täglich mehr zur Verfügung steht.
    • Nachhaltige Ziele für Unternehmen, Führungskraft und Mitarbeiter werden gefunden.
    Ein wertschätzender Führungsstil wirkt sich positiv auf die Fluktuation und die Mitarbeiterzufriedenheit, damit auch auf die Krankentage und somit auf die finanziellen Mittel des Unternehmens aus. Mitarbeiter und Kunden begegnen einer wertschätzenden Kommunikation mit Loyalität und Effizienz. Das geht so weit, dass Empathie im Beschwerde-Management sogar die Kundenbindung stärken kann. Kurz gesagt: Wertschätzung führt zu Wertschöpfung.  
    Kommunizierst du wertschätzend mit deinen Mitmenschen?