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  • Warum lügen wir am Anfang einer Beziehung häufig?

    Die lügen doch eh alle!

    Wie oft ist es dir schon passiert, dass du einen Menschen kennenlernst, den du wirklich interessant findest? Ihr unterhaltet euch viel miteinander, entdeckt zahlreiche Gemeinsamkeiten und entscheidet, künftig als Paar durchs Leben zu gehen. Ihr lernt euch weiter, besser kennen und irgendwann kommt der Punkt, an dem du dich fragst „hä? das wurde mir aber am Anfang doch ganz anders erzählt?!“. Die ersten Lügen, oder kleine Schummeleien, werden entdeckt.

    Dabei muss es nicht einmal um essentielle Dinge wie einen (nicht vorhandenen) Kinderwunsch oder dramatische Wendungen im Lebenslauf gehen. Häufig sind es sogar die kleinen Dinge, die uns am Anfang stutzig machen.

    „Ja, ich geh auch total gerne auf Konzerte!“ – und dann wird jede Anfrage nach einem gemeinsamen Konzert abgelehnt, weil derartige Veranstaltungen zu laut seien, die Menschenmassen überfordern oder man nicht so viel Geld nur für einen Abend ausgeben möchte.

    „Ja, ich bekomm den Kopf auch am besten beim Joggen frei!“ – und dann fällt in einem anderen Gespräch, Monate später, die Aussage, dass man Ballsportarten schon klasse findet, aber das zugehörige Lauftraining meist schwänze, Laufen sowieso voll anstrengend sei und man doch eher der Gym-Typ in der Gewichteecke sei.

    Bei diesen vermeintlich kleinen Lügen werden wir stutzig, denken aber vielleicht noch, dass wir uns wahrscheinlich am Anfang nur verhört oder es missverstanden haben. Doch mit der Zeit, wenn solche Diskrepanzen immer häufiger vorkommen, fängt das Bauchgefühl an, sich zu melden. Aus einem stutzig sein wird ein Hinterfragen, aus dem Hinterfragen wird eine Vertrauensfrage.

    Doch warum ist das so? Warum lügen wir, wenn wir jemanden kennenlernen, obwohl wir denjenigen gerne (dauerhaft) in unserem Leben hätten?

    Verschiedene Gründe bringen uns dazu zu lügen

    Wenn Menschen zu Beginn einer Beziehung – und häufig auch (weit) über die Kennenlernphase hinaus – lügen, tun sie das aus verschiedenen Gründen. Vielleicht ist es ein konkreter, bei den meisten aber dürfte es sich aus einem Mix aus den folgenden Optionen handeln:

    Lügen, um zu beeindrucken

    Einer der häufigsten Gründe für das Lügen ist, dass wir uns von unserer besten Seite zeigen wollen und mit geschönten oder angepassten Aussagen versuchen, den anderen zu beeindrucken. Mit zustimmenden Aussagen, dass man gewisse Aktivitäten auch schätze oder bestimmte Vorstellungen vom Leben gemeinsam habe, schafft man Vertrauen und damit eine Nähe. Die Partner fühlen sich verstanden, zueinander hingezogen und bauen eine Bindung auf. Im ersten Moment haben diese Lügen eine positive Wirkung.

    Dass diese Bindung aber auf wackligen Beinen steht, wenn die Inhalte der Zustimmungen nicht der Wahrheit entsprechen, wird in diesem Moment ausgeblendet. Später, wenn die Lügen  vielleicht mal ans Licht kommen, ist ja schon die große Liebe da. Dann wird das schon nicht mehr so schlimm sein.

    Lügen als Selbstschutz

    Manchmal aber möchten Menschen mit dem Lügen auch ihre Schwächen oder Unsicherheiten verbergen, besonders wenn sie jemanden neu kennenlernen. Sie glauben, dass kleine Unwahrheiten sie in den Augen des anderen besser erscheinen lassen.

    Ähnlich wie beim Lügen um zu beeindrucken wird auch bei diesem Hintergrund durch das erzählen einer Unwahrheit eine Verbindung aufgebaut. Vertrauen geschaffen. Zumindest suggeriert die Lüge das dem Gegenüber, der zu dem Zeitpunkt noch von einer Wahrheit ausgeht, das erst einmal.

    Dass der Selbstschutz in Gefahr gerät, wenn die Lügen auffliegen, darüber wird in den wenigsten Fällen schon während der Lüge (oder zu irgendeinem anderen Zeitpunkt) nachgedacht. Es wird erst gehandelt, wenn die Lüge zweifelsfrei aufgedeckt wurde – wenn überhaupt. Manchmal wird dann mit einer weiteren Lüge versucht, die erste zu überdecken oder zu begründen. Das daraus möglicherweise entstehende Chaos findet keine Beachtung.

    Angst vor Ablehnung

    Mit dem Selbstschutz einher geht häufig eine Angst vor Ablehnung. Viele Menschen haben Angst, abgelehnt zu werden, wenn sie ihre „wahre“ Seite zeigen. Vor allem, wenn sie selbst das Gegenüber zwar toll finden, aber noch nicht ausreichend über diese Person wissen, um diese einschätzen zu können. Deshalb neigen sie dazu, Dinge zu übertreiben oder zu verschönern, um sicherzustellen, dass auch sie vom anderen gemocht werden.

    Auch ist es möglich, dass jemand in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht hat, dass mit der einen Sichtweise, der anderen Geschichte, einer erzählten Fantasie oder einer erlebten Situation bei einem Gegenüber schlecht dastanden oder sogar aufgrund dessen gemobbt worden sind. Diese Erfahrung soll sich nach Möglichkeit nicht wiederholen, so dass nun bei dem Thema die Entscheidung für das Lügen fällt.

    Lügen aufgrund von Erwartungen und Idealbildern

    Beim Kennenlernen und in den ersten Phasen einer Beziehung gibt es oft eine Vorstellung davon, was die perfekte Partnerschaft ausmacht. Diese meist eher unrealistischen Erwartungen können dazu führen, dass Menschen in ihren Erzählungen oder sogar Handlungsweisen Aspekte ihres Lebens oder Charakters verändern oder verschönern, um diesen Idealen zu entsprechen.

    Dass diese nicht den Tatsachen entsprechen, fällt häufig erst nach einiger Zeit auf, wenn sich die Person entweder sicher fühlt oder aber diesen Schein nicht länger aufrechterhalten kann, weil es zu anstrengend wird. Manchmal bröckelt so eine Fassade auch Schritt für Schritt und es wird nicht direkt eine vorher getragene Maske abgenommen.

    Mangel an Vertrauen

    Wir alle haben in unserem bisherigen Erfahrungen gesammelt. Gute wie schlechte. Und diese prägen uns, auch, wenn wir das nicht immer bewusst wahrnehmen.

    In der Anfangsphase einer Beziehung nun kennt man den anderen noch nicht so gut und vertraut ihm möglicherweise noch nicht vollständig. Deshalb könnten manche Menschen Informationen zurückhalten oder lügen, um sich vor möglichen negativen Reaktionen zu schützen.

    Während ein zurückhalten, ein ehrliches „du, da möchte ich im Moment nichts zu sagen, hab bitte Verständnis dafür – ich werde es dir zu gegebener Zeit erzählen“, zu einer Bindung und einem Vertrauensaufbau innerhalb der wachsenden Beziehung beitragen kann, wird die Lüge eher das Gegenteil bewirken.

    Lügen wegen fehlender Selbstreflexion

    Einige Menschen sind sich vielleicht gar nicht bewusst, dass sie lügen oder die Wahrheit verzerren. Sie haben möglicherweise das Gefühl, dass diese „kleinen Lügen“ keinen Schaden anrichten oder dass sie einfach dazugehören, um eine „gute“ Partnerschaft zu beginnen. Vielleicht merken sie es selbst einmal, dass sie nicht die Wahrheit sagen, weil sie selbst tatsächlich gerne so wären und sich in ihrer Fantasie eine entsprechende Vergangenheit oder sogar einen „neuen Charakter“ erschaffen. Selbst sind sie überzeugt davon, dass es so ist, auch wenn ihre Handlungsweise ganz anderes zeigt.

    Aus welchem Grund auch immer gelogen wird, die Wahrheit kommt meist an Licht. Oft aber erst, wenn die Beziehung wächst und das Vertrauen stärker wird. Am Anfang kann es daher für Menschen ganz normal sein, dass es ein gewisses Maß an Anpassung und sogar Unwahrheiten gibt. Ob man es dann aber von der Kennenlernphase in eine stabile, vertrauensbasierte Beziehung schafft, ist ein bisschen von den Gründen, viel aber von dem Willen der beiden Partner abhängig.

     

  • Wertschätzende Kommunikation in einer Partnerschaft

    Wertschätzende Kommunikation ist eine der Grundlagen für eine gesunde und glückliche Beziehung. Sie fördert das gegenseitige Verständnis, stärkt das Vertrauen und sorgt dafür, dass beide Partner sich gehört, respektiert und unterstützt fühlen. Hier sind einige Prinzipien, wie wertschätzende Kommunikation in einer Beziehung gefördert werden kann:

    Wertschätzung zeigen durch aktives Zuhören

    • Volle Aufmerksamkeit schenken: Wenn dein Partner spricht, solltest du dich wirklich auf das Gesagte konzentrieren, ohne abzuschweifen oder den Gesprächspartner zu unterbrechen.
    • Paraphrasieren: Wiederhole in eigenen Worten, was dein Partner gesagt hat, um sicherzustellen, dass du es richtig verstanden hast und deinem Partner zu zeigen, dass du ihn ernst nimmst.
    • Empathie zeigen: Versuche, dich in die Lage deines Partners zu versetzen, und zeige Mitgefühl für seine Gefühle und Gedanken.

    Ich-Botschaften statt Du-Botschaften

    • Ich-Botschaften verwenden: Anstatt deinem Partner Vorwürfe zu machen (z. B. „Du machst nie…“), drücke aus, wie du dich fühlst (z. B. „Ich fühle mich traurig, wenn…“).
    • Vermeide Schuldzuweisungen: Vermeide Aussagen, die deinen Partner angreifen oder verurteilen, da diese oft zu Abwehrhaltungen führen.

    Respekt und Wertschätzung zeigen

    • Lob und Anerkennung: Anerkenne und schätze die positiven Dinge, die dein Partner tut. Ein einfaches „Danke, dass du das gemacht hast“ kann viel bewirken.
    • Respekt für die Meinung deines Partners: Auch wenn du nicht immer der gleichen Ansicht bist, ist es wichtig, die Sichtweise des anderen zu respektieren und zu verstehen, dass unterschiedliche Meinungen normal sind.

    Konstruktive Kritik

    • Sanft und lösungsorientiert: Wenn Kritik notwendig ist, sollte sie konstruktiv und in einer Art und Weise geäußert werden, die deinen Partner nicht entmutigt. Statt zu sagen „Du machst das immer falsch“, könntest du sagen „Vielleicht könnten wir das beim nächsten Mal so machen…“.
    • Zeit und Ort wählen: Kritik sollte nicht inmitten eines Streits oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt geäußert werden. Ein ruhiger Moment ist oft besser, um Themen anzusprechen.

    Offenheit und Ehrlichkeit

    • Gefühle ausdrücken: In einer wertschätzenden Kommunikation ist es wichtig, seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse ehrlich zu kommunizieren, ohne Angst vor Verurteilung zu haben.
    • Vertrauen schaffen: Ehrlichkeit fördert das Vertrauen, und je mehr man seine Gedanken und Gefühle offen teilen kann, desto stärker wird die Beziehung.

    Beachte auch die nonverbalen Zeichen

    • Körpersprache: Auch nonverbale Kommunikation wie Mimik, Gestik und Augenkontakt spielt eine große Rolle. Eine offene und freundliche Körpersprache kann das Gespräch unterstützen.
    • Tonfall und Lautstärke: Dein Tonfall sollte prinzipiell ruhig und respektvoll sein, auch wenn es um schwierige Themen geht. Ein harter, lauter Ton kann schnell als Angriff wahrgenommen werden.

    Gemeinsam Lösungen finden

    • Zusammen arbeiten: Wenn es Probleme gibt, geht es nicht darum, den Schuldigen zu finden, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Fragen wie „Wie können wir das gemeinsam besser machen?“ fördern das Gefühl der Partnerschaft und Zusammenarbeit.
    • Kompromisse eingehen: Manchmal ist es notwendig, Kompromisse einzugehen, um die Bedürfnisse beider Partner zu berücksichtigen. Dabei sollte der Fokus darauf liegen, was für beide fair und akzeptabel ist.

    Geduld und Verständnis

    • Geduld mit dir selbst und deinem Partner: Nicht immer wird die Kommunikation perfekt laufen, und es wird auch Herausforderungen geben. Geduld mit dem Prozess und dem Partner zu haben, ist entscheidend für eine respektvolle Beziehung.
    • Rücksicht auf den Moment: Manchmal ist es wichtig, auch auf den emotionalen Zustand des Partners Rücksicht zu nehmen. Wenn jemand gestresst oder traurig ist, kann es sinnvoller sein, ein Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

    Humor und Leichtigkeit

    • Miteinander Lachen: Humor kann helfen, Spannungen zu lösen und eine positive Atmosphäre zu schaffen. Gemeinsames Lachen fördert das Gefühl von Verbundenheit und Leichtigkeit.

    Wertschätzende Kommunikation ist ein kontinuierlicher Prozess, der sowohl Anstrengung als auch die Bereitschaft erfordert, auf den anderen zuzugehen. Sie stärkt nicht nur das gegenseitige Vertrauen, sondern sorgt auch dafür, dass sich beide Partner in der Beziehung gesehen und respektiert fühlen. Wertschätzende Kommunikation ist vielleicht nicht der Schlüssel zu einer lebenslangen Beziehung, aber sie dürfte wohl in vielen dieser Partnerschaften einen nicht unbeachtlichen Teil zum Gelingen beitragen.

     

  • Sprache der Liebe – Beziehungen verbessern & Konflikte vermeiden

    Bekannt geworden ist die Thematik der „Sprachen der Liebe“ durch Dr. Gary Chapman. In seinem Buch *Die 5 Sprachen der Liebe* beschreibt er die Arten, nennt Beispiele und wie sich das Sprechen dieser auf unsere Beziehungen auswirken. Dabei geht er davon aus, dass jeder Mensch seine Liebe auf unterschiedliche Weise ausdrückt und empfängt. Wenn man seine eigene „Sprache der Liebe“ und die des Gegenübers kennt, kann das die Beziehung zueinander enorm stärken. Chapman konzentriert sich in seinem Buch auf die romantische Paar-Beziehung, doch auch in Eltern-Kind-Beziehungen, Freundschaften und sogar am Arbeitsplatz sowie ganz allgemein im Alltag können seine Ausführungen dabei helfen, sich selbst und andere Menschen besser zu verstehen.*

    Chapman schreibt weiter, dass wir alle – ebenso wie in der linguistischen Sprache – bei der Sprache eine so genannte Muttersprache haben. Diese haben wir quasi in die Wiege gelegt bekommen, mit dieser sind wir in der Regel aufgewachsen und mit dieser fühlen wir uns wohl. Doch ebenso wie bei linguistischen Sprachen können wir auch eine andere Sprache der Liebe, eine „Fremdsprache“ erlernen.

    Von einem „Liebestank“ ist die Rede, mit dem es sich ähnlich verhält, wie mit einem Autotank. Gut gefüllt bringt er uns an jedes Ziel, das wir uns wünschen. Wenn er aber leer ist, bleiben wir liegen. Mit der richtigen Sprache der Liebe können wir den Liebestank unseres Umfelds jederzeit auffüllen oder sogar voll halten. Und damit die Beziehung zueinander ganz neu gestalten.

    Die fünf Sprachen der Liebe

    (Die Sprachen sind nicht in priorisierter Reihenfolge aufgeführt, sondern in der wie sie im Buch genannt und beschrieben werden)

    1. Lob & Anerkennung

    Menschen, die die Sprache des Lobs und der Anerkennung sprechen, fühlen sich geliebt, wenn sie Komplimente, Ermutigungen oder Anerkennung hören. Es geht nicht nur um oberflächliche Worte, sondern um tiefe, aufrichtige Bestätigungen.

    Wenn sich jemand in seiner Bedeutung und seinem Wert bestätigt fühlt, stärkt das das Vertrauen und die Nähe innerhalb der Beziehung.

    Was kannst du tun:

    • Ich liebe dich!
    • Du bist wundervoll!
    • Ich schätze alles, was du tust!

    Achte darauf, regelmäßig wertschätzende Worte zu sagen. Wichtig ist dabei, dass du konkret und ehrlich in deinen Komplimenten bist und sie persönlich, also nicht allgemein, gehalten sind. (Negativbeispiel wäre eine Aussage wie „man kann sich glücklich schätzen, dich in seinem Leben zu haben“ – wertschätzend ist hingegen die Aussage „ich kann mich glücklich schätzen, dich in meinem Leben zu haben“.)

    2. Zweisamkeit – Zeit nur für dich (Quality time)

    Wenn du diese Sprache der Liebe sprichst, fühlst du dich geliebt, wenn du ungeteilte Aufmerksamkeit und gemeinsame Zeit mit einem anderen Menschen verbringst. Dabei geht es keineswegs um die Menge, sondern um die Qualität der Zeit.

    Es stärkt die Verbindung, wenn man sich wirklich aufeinander einlässt und sich Zeit füreinander nimmt. Zudem lernt man dadurch den anderen (besser) kennen und versteht seine oder ihre Handlungsweisen besser.

    Was kannst du tun:

    • Gemeinsame Aktivitäten, wie zusammen spazieren gehen, Filme schauen oder tiefgehende Gespräche führen.
    • Aktives Zuhören. Nehmt euch Zeit für einander, lasst Fernseher, Handys und Laptops ausgeschaltet und unterhaltet euch miteinander, ohne, dass etwas oder jemand die Aufmerksamkeit vom Gegenüber ablenken kann.

    Plane dafür regelmäßig Zeit mit dem Menschen ein, ohne Ablenkungen (z.B. Handys). Zeige echtes Interesse an dem, was der andere sagt. Besser ist es dabei, wenn du dir 10 Minuten ohne Ablenkung nehmen kannst als wenn du 2 Stunden hast, in denen du aber immer wieder einen Blick auf dein Smartphone wirfst oder ihr euch einen Film anseht, der dann anstatt euch selbst die volle Aufmerksamkeit bekommt.

    3. Geschenke (die von Herzen kommen)

    Hier geht es nicht um materiellen Wert der Geschenke, sondern um das symbolische Zeichen der Zuneigung. Ein Geschenk drückt für Menschen, die diese Sprache der Liebe sprechen, aus, dass sie gesehen und geschätzt werden.

    Denn solche Geschenke und Aufmerksamkeiten zeigen, dass man an den anderen denkt und ihn schätzt. Der materielle Wert des Geschenkes sollte dabei keine Rolle spielen und zu den Möglichkeiten des Schenkenden passen.

    Was kannst du tun:

    • Kleine Aufmerksamkeiten wie ein Blumenstrauß, ein handgeschriebener Brief oder etwas, das der andere sich gewünscht hat.
    • Eine unvorhersehbare Einladung ins Lieblingsrestaurant des anderen.

    Achte bei der Auswahl deiner Geschenke darauf, dass es dem Beschenkten Freude bereitet oder schenke etwas, das eine persönliche Bedeutung hat. Ein kleiner Hinweis „ich hab es gesehen und musste direkt an dich denken“ rundet die Freude bei der beschenkten Person häufig ab und füllt den Liebestank kräftig auf.

    4. Hilfsbereitschaft

    Menschen, deren Liebessprache die Hilfsbereitschaft ist, fühlen sich geliebt, wenn man ihnen hilft. Im Alltag oder auch bei Projekten, sei es durch kleine oder große Taten.

    Diese Taten zeigen dem anderen, dass du an ihn denkst und für ihn da bist. Sie geben Sicherheit und Vertrauen.

    Was kannst du tun:

    • Aufgaben übernehmen, die der andere nicht so gerne mag, z.B. den Abwasch oder den Müll rausberingen.
    • Hilf dem anderen bei etwas, das er oder sie sonst alleine tun müsste.

    Behalte dabei jedoch den anderen im Fokus und überlege, welche Aufgaben ihm oder ihr schwerfallen oder was er oder sie sich wünschen würde, dass du sie übernimmst.

    5. Zärtlichkeit & körperliche Berührung

    Menschen, deren primäre Liebessprache körperliche Nähe ist, fühlen sich durch Umarmungen, Küsse oder andere Formen der körperlichen Zuneigung geliebt.

    Körperliche Berührung kann emotionale Nähe schaffen und das Gefühl der Geborgenheit und Verbundenheit verstärken.

    Was kannst du tun:

    • Eine Umarmung zum Abschied.
    • Händchenhalten beim gemeinsamen Spaziergang.
    • Kuscheln auf dem Sofa.

    Achte dabei aufmerksam auf die nonverbalen Signale des anderen und biete körperliche Nähe an. Achte aber auch darauf, dass sich diese Gesten für beide angenehm anfühlen.

    Wie kann man die Sprachen lernen?

    Stell dir vor, du fährst in den Urlaub und möchtest dich dort gerne mit den Einheimischen verständigen. Wahrscheinlich wirst du dann eine Sprache nutzen, die der andere versteht. Im besten Fall ist es euer beider Muttersprache, viel wahrscheinlicher aber ist es, dass du die Sprache des anderen erlernen wirst, um eine intensive Unterhaltung führen zu können.

    So verhält es sich auch bei der Sprache der Liebe. Du hast deine eigene Muttersprache, die du zu sprechen und zu verstehen vermagst. Aber nicht jeder Mensch, der dir in deinem Leben wichtig ist, hat die gleiche Muttersprache. Gut zu wissen, dass man, ebenso wie die Sprache des Urlaubslandes, auch die Sprache der Liebe des Gegenübers erlernen kann.

    Neben den zu den jeweiligen Spracharten bereits genannten Beispielen kannst du aber auch allgemein etwas über die Sprachen der Liebe lernen.

    Schritt 1: Selbstreflexion

    Überlege, welche der fünf Sprachen dir am meisten zusagt und mit welcher du dich am meisten identifizieren kannst. Selten wird es ganz eindeutig nur eine einzige Sprache sein, dennoch wird es so gut wie immer eine Hauptsprache geben.

    Helfen kann dir dabei, zu überlegen, wie es in der Vergangenheit gewesen ist, womit Menschen deinen Liebestank auffüllen konnten. Vielleicht hilft es dir aber auch zu überlegen, was dir in deiner Beziehung am meisten fehlt(e).

    So kannst du nicht nur deine eigenen Bedürfnisse herausfinden, sondern sie auch besser verstehen. Und wenn du dich selbst besser verstehst, kannst du deine Bedürfnisse leichter kommunizieren und dich über die unterschiedlichen Vorstellungen einfacher austauschen, ohne dich iin einem solchen Gespräch unwohl (oder ungesehen) zu fühlen.

    Schritt 2: Kommunikation

    Wenn du deine eigene Sprache der Liebe nun kennst, geh auf deinen Partner zu und frag nach seinen oder ihren. Sprich mit deinem Partner über dessen Vorlieben, hör gut zu und urteile nicht, versuche stattdessen, aktiv auf ihre oder seine Bedürfnisse einzugehen.

    Schritt 3: Übung

    Wie auch bei der Erlernung einer neuen linguistischen Sprache macht auch beim Erlernen einer Liebessprache vieles die Übung aus. Zeige daher regelmäßig deine Liebe oder Zuneigung auf der von dem anderen bevorzugten Weise. Lass dich nicht entmutigen, wenn du doch mal wieder in deine Muttersprache zurückfällst oder eine Idee nicht so gut angekommen ist. Erinnere dich stattdessen daran, dass es Zeit braucht, neue Gewohnheiten zu entwickeln und bleibe am Ball.

    Vorteile für deine Beziehung

    Ob es nun eine romantische Paarbeziehung ist, die du führen möchtest, oder eine innige Freundschaft, ein gute Verhältnis zu deinen Eltern, Kindern oder Geschwistern aufbauen oder erhalten magst oder ob das Ziel eine gute Nachbarschaft oder ein angenehmes Arbeitsklima ist: Die Sprache der Liebe des anderen zu verstehen, kann dir alle diese Beziehungen verbessern.

    Dem Kollegen morgens einen Kaffee aus seiner Lieblingsbäckerei mitbringen, die eigene Mutter in den Arm nehmen und ihr danken, dass es sie gibt, mit dem Kind eine Runde seines Lieblingsonlinegames zocken, dem Nachbarn anbieten ihn zum Arzt zu fahren, den Partner zu einem für sie oder ihn wichtigen Event begleiten – all das nimmt nur einen kleinen Teil der 1440 Minuten, die uns täglich zur Verfügung stehen, in Anspruch, kann die Beziehung zu demjenigen aber nachhaltig verbessern.

    Darüber hinaus kann das Verständnis der Liebessprachen Konflikte vermeiden, Missverständnisse verhindern und die emotionale Bindung stärken. Wenn beide ihre eigenen und die Sprachen des anderen kennen und darauf eingehen, fühlen sich beide geliebt und geschätzt, was das Vertrauen und die Intimität fördert. Außerdem hilft es, die Beziehung auf einem sicheren Fundament zu bauen, auf dem jeder Partner weiß, wie der andere sich Liebe wünscht.

    Kennst du deine eigene Liebessprache? Und kennst du Liebessprache deiner dir wichtigen Menschen?

     

     

     

     

    *Die Bezeichnungen „Partner“ und „Liebe“ werden in diesem Artikel zwar genutzt, gelten aber synonym für passendere Bezeichnungen entsprechend des Umfelds, für das sie gedacht sind.

  • Bewertung anderer Menschen – warum tun wir das?

    Bewertung von Situationen, Dingen und Personen – ein Großteil unseres Alltags machen Bewertungen aus. Wir alle bewerten. Und das ist erst einmal auch gut so.

    Denn eine Bewertung ist mitunter lebenswichtig:

    • Wie schnell fährt das Auto, vor dem wir die Straße überqueren möchten?
    • Sind die Pflanzen, die wir da essen möchten, giftig?
    • Meint es ein Mensch gut mit uns oder möchte er uns etwas anhaben?

    Derartige Bewertungen führen zu unseren Entscheidungen. Und das ist gut so.

    Wenn wir aber die Entscheidungen von anderen Menschen – bezüglich ihrer Optik, ihres Kaufs oder ähnlicher individueller, persönlicher Vorgehensweisen – bewerten, ist das nicht lebenswichtig. Weder für uns selbst noch für den anderen.

    Ganz im Gegenteil: Das Gegenüber können wir schnell durch eine solch unbedachte Bewertung kränken oder verletzen.

    Sobald wir in eine Situation kommen, sind wir versucht, diese zu bewerten. Sei es die Frisur unseres Gegenübers, die wir nicht nur als neu erkennen, sondern auch mit einer Bewertung belegen: Sei es das neue Auto oder die neue Wohnung, wozu wir nicht nur Glückwünsche aussprechen, sondern häufig auch gleich noch Anmerkungen loswerden müssen.

    Kaum eine Situation in unserem Leben, die nicht von Außenstehenden bewertet und beurteilt werden.

    Wir alle bewerten, aber niemand mag es, bewertet zu werden.

    Eine Bewertung drückt uns einen Stempel auf, steckt uns in eine Schublade, typisiert uns. Dadurch fühlen wir uns eingeschränkt, ungesehen und unverstanden.

    Die oberste Regel könnte daher sein: Wenn du selbst nicht bewertet werden möchtest, dann bewerte auch selbst nicht.

    Klingt erst einmal einfach, ist es aber meist nicht. Bewertungen sind ein Impuls, und geschehen daher oft unbewusst.

    Diesem Impuls kannst du entgegensteuern, indem du einen Moment innehältst. Versetze dich gedanklich in die Person, die du bewerten möchtest, versuche deren Gefühle, Reaktionen und Interaktionen nachzuvollziehen.

    Warum bewerten Menschen andere Menschen und Situationen?

    Es gibt mehrere typische Gründe für das Bewerten anderer Menschen.

    Bewertung aufgrund eines geringen Selbstbewusstseins

    Ein Grund für das Bewerten anderer Menschen ist ein geringes Selbstbewusstsein des Bewertenden.

    Wer sich selbst nicht (bedingungslos) akzeptiert, ist auch nicht in der Lage, andere in ihrem Sein und mit ihren Entscheidungen zu akzeptieren. Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein werden jede Chance nutzen, um andere Menschen zu be- oder verurteilen.

    Wer häufig und heftig bewertet, nutzt dieses Vorgehen meist, um sich selbst in eine kontrollierende Position zu bringen. Dadurch fällt eine Verteidigung leichter.

    Nicht selten fallen die Bewertungen von anderen Menschen so aus, dass sie viel besser auf den Bewertenden zutreffen.

    Wenn also jemand einen anderen als „unsicher“ bezeichnet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Bewertende sich selbst unsicher fühlt.

    Die Bewertung ist der Versuch, die Kontrolle über den anderen zu bekommen und sich selbst als gegenteilig zu präsentieren. Sie projizieren also ihre eigenen Unsicherheiten in den anderen, um sich besser zu fühlen.

    Fehlende Empathie als Ursache für Bewertung

    Ein weiterer Grund für Bewertungen ist fehlende Empathie.

    Menschen, die sich schwer damit tun, sich in andere hineinzuversetzen, tun sich ebenfalls schwer damit, die Bedürfnisse, Fehler und vor allem auch Stärken anderer zu erkennen. Ihnen fällt das Bewerten anderer meist viel leichter als einem anderen Menschen gegenüber Respekt aufzubringen.

    Bewertung statt Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen

    Ein weiterer Grund sind die eigenen Emotionen des Bewertenden.

    Wer verletzt wurde, kann resilient reagieren und aus dieser Verletzung lernen und sich so weiterzuentwickeln.

    Wer hingegen nicht gut mit schmerzhaften Situationen umgehen kann, ist voller Groll und Missgunst und fühlt sich dadurch häufig genötigt, andere zu verurteilen, um nicht selbst verletzt zu werden. Die Bewertung des anderen dient hier dem Schutz vor der eigenen Verbitterung und den eigenen Sorgen.

    Statt einem respektvollen und offenen Umgang miteinander wird sich wie ein Miesmacher verhalten. Das ist schädlich und kann der Beziehung durchaus gefährlich werden.

    Wie am besten auf eine Bewertung reagieren?

    Wenn du dir bewertet vorkommst und sich das nicht gut anfühlt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du deinem Gegenüber das mitteilen möchtest. Häufig kommt es im Zuge einer solchen Unterhaltung zum Streit. Das muss aber nicht sein.

    • Atme stattdessen einmal tief ein.
    • Halte dir vor Augen, dass der Impuls, Situationen und andere Menschen zu beurteilen, menschlich und damit in jedem von uns vorhanden ist.
    • Sei dir nun bewusst, dass diese Bewertung nichts mit dir zu tun hat. Die Meinung des anderen definiert dich nicht, definiere du dich daher nicht selbst über dessen Meinung.
    • Wenn es dir wichtig ist, die Bewertung klarzustellen, tu das. Aber tu es nicht in der Situation, sondern erst später, mit Abstand.

    Bevor du andere beurteilst, überlege dir, ob du dich selbst so akzeptierst wie du bist. Sowohl deine Stärken als auch deine Schwächen.

    Wenn du dich selbst akzeptierst, stärkst du dein Selbstbewusstsein.

    Und mit einem starken Selbstbewusstsein ist es nicht notwendig, andere zu beurteilen.

    Bewertest du andere (noch)? 

  • Neid & Eifersucht – nicht zwangsläufig etwas Negatives

    Schon in früher Kindheit geht es los, dass Eltern ihre Kinder mit anderen vergleichen. Wer krabbelt zuerst? Warum kann das eine Kind schon erste Worte sprechen, das andere brabbelt aber immer noch unverständliche vor sich hin? Das eine Kind ist eine Sportskanone, kann aber nicht rechnen – da muss doch nachgeholfen werden?

    In der Schule geht es mit dem Neid weiter. Inzwischen nicht nur von den Eltern ausgehend, sondern teilweise auch bei den Kindern selbst.

    Lehrkräfte benoten das Wissen und Verständnis in diversen Fächern. Völlig fern der individuellen Interessen des Kindes müssen alle ihre Abschlussprüfungen in Deutsch, Mathe und Englisch ablegen – einige erhalten wegen fehlender Kenntnisse in einem der Fächer niemals ihren Abschluss und können daher nicht so ins Berufsleben starten, wie es geplant war. Neid und Eifersucht sind hier vorprogrammiert.

    Und obwohl die meisten Menschen diese Bewertungen, die nichts über den Menschen an sich aussagen, nicht gutheißen (können oder wollen), verhalten sich viele auch im privaten so.

    Rivalität unter Geschwistern, Neid und Eifersucht unter Freunden, Abwertungen von anderen Menschen, die das eigene Ziel bereits erreicht haben – all das gehört für viele zum Alltag. Hier ein vermeintlicher Witz über die Figur des anderen, da ein nett gemeinter Rat, dass man selbst mit dem vielen Geld ja ganz anders umgehen würde.

    Immer wieder die Beteuerungen, dass man ja nicht so sei wie die anderen und Gefühle, wie Neid und Eifersucht sowie die damit einhergehende Rivalität nicht kennen und schon gar nicht leben würde.

    „Nie wird einer glücklich sein, den das größere Glück eines andern wurmt.“

    Das vom römischen Philosophen Seneca stammende Zitat ist mittlerweile fast 2000 Jahre alt – und immer noch vollkommen wahr.

    Doch warum sind Menschen neidisch und eifersüchtig? Warum verglichen sie sich so häufig mit anderen?

    Wir verspüren Neid vor allem dann, wenn wir uns mit anderen vergleichen und dabei feststellen, dass der andere uns in irgendeiner Hinsicht überlegen ist. Objektiv oder auch nur subjektiv betrachtet.

    Besonders schwer fällt es uns, diesen Unterschied zu akzeptieren, wenn wir der betreffenden Person ansonsten recht ähnlich sind.

    Der Sozialpsychologe Jan Crusius von der Universität zu Köln beschreibt Neid dann als besonders schmerzhaft, wenn wir uns als dem Gegenüber sehr ähnlich betrachten und dieser Unterschied in unserem eigenen Leben einen hohen Stellenwert einnimmt.

    Der Gedanke „Das könnte auch ich sein.“ könnte bei Neid und Eifersucht ausschlaggebend sein.

    Guter Neid und schlechter Neid

    Laut Crusius treibt Neid uns dazu an, die Distanz zum überlegenen Vergleichsstandard abzubauen.

    Das kann seiner Meinung nach positiv geschehen oder auch negativ.

    Die gute Variante sei es, wenn der neidische Mensch den Unterschied als Ansporn sieht und dafür arbeitet, das Ziel ebenfalls zu erreichen oder sogar zu übertrumpfen.

    Schlecht hingegen wäre es, wenn der Neid dazu führt, dem anderen dessen Erfolg zu missgönnen und ihm seinen Status streitig zu machen. Gedanklich durch das Kleinreden des Erfolges oder sogar tatkräftig, indem durch Aktionen der Erfolg geschmälert wird.

    Wie mit Neid und Eifersucht umgehen?

    Die häufigsten Reaktionen sind das Kleinreden und das Boykottieren des anderen.

    Es werden Sprüche gerissen und Witze über denjenigen gemacht, der Erfolg oder das Erreichte wird heruntergespielt und beispielsweise als Glück abgetan. Unter Umständen wird sogar versucht, denjenigen zu boykottieren und ihm Steine in den Weg zu legen.

    Eine bessere – nicht nur für die Beziehung zu dem anderen, sondern auch für einen selbst – Reaktion wäre es, diesen Unterschied als Ansporn zu nehmen, sich selbst zu verbessern.

    Der andere ist sportlicher? Dann fang selbst an, mehr Sport zu treiben.
    Der andere ist schlauer? Dann bilde dich weiter.
    Der andere verfügt über mehr Geld? Dann nimm deine eigene Karriere in die Hand.

    Noch besser aber ist es, den anderen ihr Glück zu gönnen und sich auf seine eigenen Ziele und Wünsche zu konzentrieren.

    Wie gehst du mit Neid & Eifersucht um?

  • Quality time – Zeit miteinander sinnvoll nutzen

    Immer mehr Dinge haben wir zu tun, immer mehr Dinge sehen wir als selbstverständlich an und lassen sie daher einfach so neben uns herlaufen. Dazu gehören erschreckender Weise auch Partnerschaften und Kinder.

    Was aber können wir tun, wenn wir doch so viel zu tun haben?

    Menschen, die rund um die Uhr beschäftigt sind, die keine Zeit mehr für Freundschaften, die Beziehung oder die Familie haben, werden sich sicher häufig fragen, wie sie das ändern können. Die Antwort ist so einfach und dennoch so schwer umzusetzen: Quality Time. Der in den 1970ern geprägte Begriff stammt aus den USA und beschreibt qualitativ gut miteinander verbrachte Zeit. Der Begriff sagt nichts über die Dauer des Zusammenseins aus, stattdessen aber über die Intensität.

    Wie verbringe ich qualitative Zeit mit meinem Partner?

    Wenn eine Beziehung unter dem Dauerstress leidet, sich die Partner schon begonnen haben auseinander zu leben oder sich die Partner so gut wie gar nicht mehr zu Gesicht bekommen, ist es an der Zeit, dass Zeit miteinander bringen. Qualitätszeit. Das kann ein geplantes Abendessen im Lieblingsrestaurant sein, ein Ausflug am Wochenende oder aber auch nur ein gemeinsames Glas Wein am Abend vor dem Schlafengehen. Wichtig ist dabei lediglich, dass sich wirklich beide nur um sich als Paar kümmern. Handy aus, Kinder ins Bett oder bei den Großeltern übernachten und die geschäftlichen Gedanken im Büro lassen – es geht während dieser Stunden allein um das Paar. Sich wieder nur aufeinander zu konzentrieren – auch, wenn es nur ein paar Stunden pro Woche sind.

    Quality Time mit dem Nachwuchs

    Auch Kinder brauchen Zeit, in der Eltern nur ganz allein für sie da sind. Bei mehreren Kindern sollten mehrere Zeitspannen für die Qualitätszeit eingeplant werden. Außerdem noch Zeit als Familie – alle Familienmitglieder nehmen daran teil. Etwa bei einem Ausflug. Oder ein gemeinsames Essen mit anschließendem Spieleabend. Darüber hinaus sollte allein Zeit mit jedem Kind verbracht werden. Positiver Nebeneffekt: Der andere Elternteil hat während dieser Zeit Gelegenheit, etwas für sich selbst zu tun. Außerdem wird diese Zeit allen Beteiligten guttun und die Beziehung festigen.

    Wie oft sollte man sich die Zeit nehmen?

    Natürlich ist hier, wie in vielen anderen Bereichen auch, die Devise: je öfter, desto besser. Wichtiger als die Häufigkeit ist jedoch die Intensität. Es ist besser, sich zwei Stunden pro Woche wirklich zu 100 Prozent nur miteinander beschäftigen, als dass sich täglich halbherzig eine Stunde Zeit nehmen, in dieser aber dennoch über das Geschäft oder Probleme nachgedacht wird.

    Wie nutzt du deine Quality time mit deinen Liebsten?

  • Wie viel Eroberung braucht der Mensch? – Eroberung gestern und heute

    Eroberungen im politischen Sinne gibt es seit Anbeginn der Zeit. Eroberungen der Liebe ebenfalls. Aber wie viel Eroberung brauchen wir heute noch?
    Wollen Frauen noch erobert werden? Möchten Männer immer noch die Eroberer sein? Oder haben sich die Rollen inzwischen verändert? Sind es vielleicht sogar die Frauen, die erobern, während Männer erobert werden wollen?

    Eine pauschale Antwort darauf wird es wohl nie geben. Historische Persönlichkeiten wie Cleopatra, Jeanne d’Arc, die Legende der Päpstin Johanna und Angela Merkel zeigen: Frauen haben sich schon immer ungern in traditionelle Rollen pressen lassen – und das gilt heute mehr denn je.

    Die klassische Rollenverteilung im Rückblick

    Früher bestimmte die Gesellschaft klare Rollen: Frauen waren Heimchen am Herd, zuständig für Hausarbeit, Kindererziehung und die Gestaltung des Familienlebens. Männer übernahmen das finanzielle Auskommen und die Entscheidungsmacht.

    Heute wirken diese Vorstellungen oft extrem – und doch gibt es sie vereinzelt noch. Niemand möchte in einer Beziehung leben, in der eigene Interessen, Meinungen oder berufliche Ambitionen der Partnerin oder des Partners keinen Platz haben.

    Gleichberechtigung als tägliche Eroberung

    Glücklicherweise hat es in den letzten Jahrzehnten viele „Eroberungen“ im Sinne von Gleichberechtigung gegeben. Frauen haben ihr Selbstbewusstsein und ihre Unabhängigkeit erobert, Männer haben gelernt, Partnerinnen auf Augenhöhe zu respektieren. Familien haben Freiheit erobert – finanziell und mental.

    Eroberung muss dabei nicht immer romantisch oder kriegerisch sein. Sie passiert jeden Tag: im Beruf, in der Freizeit, im Alltag. Ich selbst habe meinen Traumberuf erobert – und gleichzeitig meine Freizeit zurückgewonnen.

    Eroberung ist individuell

    Eroberung findet immer dort statt, wo ein Mensch etwas erreicht, das ihm wichtig ist – egal welches Geschlecht, Alter oder welche Herkunft. Natürlich kann das die Liebe des Lebens sein, doch sie darf heute genauso gut von der Frau erobert werden.

    Wir erobern täglich – im Beruf, in Beziehungen, im persönlichen Leben. Und das ist gut so.

    Fazit: Eroberung heute

    Eroberung ist keine Frage des Geschlechts oder eines historischen Rollenbildes. Sie ist eine Frage des Selbstbewusstseins und der eigenen Ziele. Wir brauchen sie – nur die Definition ist heute flexibel: Es geht nicht darum, jemanden zu „besiegen“ oder Rollen zu erfüllen, sondern darum, das zu erreichen, was uns wirklich wichtig ist.