Schlagwort: alleinerziehend

  • Entspannt als Ein-Eltern-Familie – so gelingt es in 4 Schritten

    Wer ärgert sich manchmal über seine:n Ex? Wer wünscht sich, dass das Verhältnis zueinander entspannt ist? Wer sich manchmal in seinem Alltag mit den Kindern überfordert? Wer befindet sich manchmal an seiner Belastungsgrenze? In Deutschland leben 8 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern. 19% davon sind Ein-Eltern-Familien. 90% der Alleinerziehenden sind Mütter. Und fast alle von ihnen fühlen sich mindestens hin und wieder mental überfordert, entspannt sind sie schon lang nicht mehr. Doch es gibt Möglichkeiten, deine Anspannung aus der Unzuverlässigkeit deines Ex-Partners herauszunehmen und dich so häufiger entspannt zu fühlen.

    Einheitliche Erziehungsmethode adé – entspannt geht trotzdem

    Nach einer Trennung gestaltet sich die Erziehung des Kindes häufig noch schwieriger als zuvor. Während man als Paar noch versucht einen gemeinsamen Nenner zu finden und in eine Richtung zu gehen, möchten nach einer Trennung beide Elternteile ihr Ding durchziehen. Das kann an die Substanz gehen. Muss es aber nicht. Der erste Schritt auf deinem Weg zu einem entspannten Alleinerziehenden ist das Loslassen. Das Loslassen des Gedankens, dass ihr beide die gleichen Regeln aufstellen müsst, dass ihr beide die gleichen Werte vermitteln müsst. Schön – und entspannt – wäre es, natürlich. Aber einen Streit und damit deine Energie sollte es nicht wert sein. Denk doch mal an Oma & Opa, die Kita oder Schule deines Kindes und seine Freunde und deren Eltern. Wo auch immer dein Kind seine Zeit verbringt, es weiß ganz genau, wo welche Regeln gelten, es weiß genau, wo es was darf und woran es sich zu halten hat. Das schafft das Kind auch bei Mama & Papa!

    Entspannt bleiben – lass dich nicht provozieren!

    Frisch getrennte Eltern, manchmal aber auch noch Jahre nach dem Ende der Beziehung, neigen gern dazu, sich gegenseitig schlecht zu machen, sich zu erpressen oder sich anderweitig zu provozieren. Wenn sich der eine nicht wie gewünscht verhält, untersagt der andere den Kontakt zu den Kindern oder ähnliche Aussagen sind in solchen Fällen keine Seltenheit. Ein entspanntes Miteinander ist in dieser Situation nicht möglich. Lass dich auf derartige Spiele nicht ein. Sei klar und deutlich in deiner Kommunikation, halte Absprachen am besten schriftlich fest und ziehe in schwierigen Situationen notfalls außenstehende mit in die Gespräche ein.

    Bleib entspannt – du wirst deine:n Ex nicht ändern

    Eine weitere Option zu mehr Entspannung als Alleinerziehende:r ist die Erkenntnis, dass du deine:n Ex nicht ändern wirst. Was auch immer er oder sie sagt, tut und auch nicht tut, liegt nicht in deiner Hand. Wenn du dich aber darüber ärgerst, raubt es dir Energie. Energie, die du für andere, für wichtigere Dinge benötigst. Nimm den Charakter des anderen entspannt an und steht darüber.

    Entspannt bleiben – ärgere dich nicht über etwas, das du nicht ändern kannst

    Die Schlussfolgerung daraus ist also: Ärgere dich nicht über Dinge – und Menschen – , die du nicht ändern kannst. Was auch immer dein:e Ex, tut, lass ihn oder sie machen. Wenn die Umgangspflichten nicht wahrgenommen werden oder die Zahlungsmoral beim Unterhalt zu wünschen übrig lässt, hole dir professionelle Unterstützung anstatt deine wertvolle Energie dafür aufzubringen. Diese Zeit kannst du besser in schöne Erinnerungen mit deinem Kind investieren – das entspannt zusätzlich.

    Entspannt genießen – verabschiede dich vom alles-ist-unfair-Gedanken

    Eine Trennung ist niemals schön. Eine Trennung mit Kind ist zudem meist unglaublich schwierig. Denn jeder der sich trennenden Erwachsenen fühlt sich benachteiligt: Der eine muss aus der Wohnung ausziehen, der andere muss in dem vorher gemeinsam bewohnten Zuhause einen Neubeginn schaffen. Der eine hat viel Zeit mit den Kindern, der andere hat viel Zeit für sich. Der eine hat kaum Anteil am Alltag des Kindes, der andere hat kaum Zeit für sich. Finanziell sieht es bei beiden nicht rosig aus, doch sehen tut jeder nur seine Seite. Das Kind steht dabei mittendrin. Es versteht die Welt nicht mehr und es bekommt von beiden Elternteilen die Anspannung mit. Das kannst du ändern, indem du deine neue Situation annimmst. Richte deinen Fokus auf das Wohl des Kindes aus, deines Kindes. Das Kind kann nichts für die Trennung, die Streitigkeiten oder das an den Tag gelegte Verhalten. Dein Kind möchte Sicherheit, Liebe und … Eltern. Fokussiere dich auf dein Kind und die guten Seiten deines Elternparts. Wenn du dabei Unterstützung benötigst, begleite ich dich gerne im Rahmen eines individuellen Familiencoachings auf deinem Weg zu einem entspannten alleinerziehenden.

    Und bis dahin:

    Lass den Gedanken an eine gemeinsame Erziehung los! Lass dich nicht provozieren! Ärgere dich nicht über deine:n Ex! Fokussiere dich stattdessen auf dich und dein Kind und denk daran:
    Alleinerziehend zu sein bedeutet nicht nur doppelt Arbeit, Stress & Tränen, alleinerziehend zu sein bedeutet auch doppelt so viel Küsschen, Umarmungen & Liebe!
  • Mental load von Eltern als Auslöser für (psychische) Erkrankungen

    Wir alle tragen Verantwortung: für uns, für unser Tun, für unser Leben. Manche übernehmen im Job oder in der Freizeit weitere Verantwortung, etwa als Führungskraft oder im Ehrenamt. Doch auch Eltern tragen eine Menge zusätzliche Verantwortung.  

    Eltern sein bedeutet Verantwortung übernehmen

      Eltern sein bedeutet nicht nur, seinen Kindern ein Dach über dem Kopf zu bieten und etwas zu Essen auf den Tisch zu stellen. Eltern sein bedeutet auch, für die psychische und physische Unversehrtheit der Kinder zu sorgen.   Dazu gehört neben dem Ermöglichen und der Pflege von Freundschaften der regelmäßige Besuch von sozialen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Auch die Planung von Sporteinheiten und eine gesunde Stundenanzahl von Schlaf ist Aufgabe der Eltern. Die Elternschaft bedeutet vor allem viel Organisation und Planung.  

    Aufgaben nicht nur bei einem Elternteil belassen

      Im besten Fall teilen sich die Eltern die anfallenden Aufgaben auf. Der eine bringt die Kinder in die Betreuung, der andere holt ab. Der eine steht als Fahrdienst, der andere als Hausaufgabenbetreuung.   Die Aufteilung kann so individuell gestaltet werden, dass sie an das Leben jeder Familie angepasst werden kann.   Sobald sich jedoch ein Elternteil aus dieser Verantwortung zieht, herrscht ein Ungleichgewicht. Nicht nur im zeitlichen Aspekt, sondern auch und vor allem in der psychischen Hinsicht.  

    Gründe für fehlende Übernahme von Verantwortung spielen keine Rolle

      Dieses aus der Verantwortung ziehen kann unterschiedlich begründet sein. Es reicht von einer Trennung der Eltern mit gleichzeitiger Ablehnung der Kinder bis hin zum Tod eines Elternteils.   Obwohl es bei jedem Szenario noch weitere Dinge zu beachten gilt, etwa das Verarbeiten eines etwaigen Betrugs, das Akzeptieren einer neuen Partnerschaft an der Seite des anderen Elternteils oder den (plötzlichen) Tod des Partners, ist das Resultat immer das gleiche: All die mentale und physische Verantwortung bleibt bei einem Elternteil.  

    Bis zum Anschlag und noch ein Schritt weiter

      Dieser verbleibende Elternteil ist nicht selten irgendwann überfordert. Nicht, weil die körperliche Präsenz überhand nimmt; in diesem Bereich kann das Umfeld der kleinen Familie sehr hilfreich sein. Es können Fahrdienste übernommen werden, die Hausaufgabenbetreuung kann gemeinsam mit anderen Familien aufgeteilt werden und Familien unterstützen sich gegenseitig mit Babysitter-Diensten, um abends Zeit für sich zu haben.   Bei der mentalen Belastung hingegen kann auf niemanden zurückgegriffen werden.  

    Mentale Belastung

      Dieser mental load, wie es neudeutsch heißt, obliegt bei Ein-Eltern-Familien einem einzigen Menschen. Unabhängig von allen weiteren Umständen muss dieser das Leben für sich selbst und dazu noch das des Kindes oder der Kinder managen.   Das allein ist schon schwierig genug: Betreuungszeiten mit den Arbeitszeiten in Einklang bringen, Trainingszeiten koordinieren, Urlaube an die Schließzeiten anpassen machen da den leichteren Part aus. Überlegungen zu Impfungen und sonstigen ärztlichen Behandlungen, Entscheidungen zur Schul- und Berufsausbildung, Regeln für das Zusammenleben und vieles mehr jedoch ist nicht ganz so einfach zu stemmen. Es ist niemand da, der einen anderen Blickwinkel aufzeigt oder eine Entscheidung abnimmt.   Der Kopf dieser Menschen arbeitet rund um die Uhr. Viele kleine Dinge müssen überlegt, bedacht und entschieden werden. Das kann schnell zu einer Überlastung führen.  

    Druck von außen ist meist gut gemeint, aber kontraproduktiv

      Insbesondere dann, wenn das Umfeld diesen Druck noch erhöht. Nicht selten bekommen betreuende Elternteile zu hören, wie andere Eltern versuchen sich gegenseitig zu überbieten – mein Kind geht aufs Gymnasium, mein Kind lernt chinesisch als vierte Fremdsprache, mein Kind übt seinen Sport auf Bundesliga-Ebene aus und weitere Aussagen.   Ebenso häufig und kein weniger belastend ist die Information älterer Generationen, sogar aus der eigenen Ursprungsfamilie, dass sie selbst es noch viel schwerer gehabt hätten.   Zusätzlich zu all der Verantwortung, zu den Ängsten, Sorgen und Nöten kommen nun also noch Aussagen, dass man sich nicht beschweren solle und Forderungen, dass man sich um alles in Perfektion zu kümmern habe.  

    Mental load als Auslöser für psychische Erkrankungen

      Die Folge ist logisch: Vollständige Überforderung bis hin zum Burnout. Oder schlimmeres. Schon 2017 veröffentlich das RKI eine Studie, aus der hervorgeht, dass alleinerziehende ein erhöhtes Risiko zu diagnostizierten Depressionen und weiteren psychisch bedingten Erkrankungen haben.   Dennoch geht das gegenseitige Übertrumpfen munter weiter. Anstatt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, sollten sich Eltern unterstützen. Großeltern sollten ihren Kindern nicht erzählen, dass sie es auch bei all den damaligen Bedingungen dennoch geschafft haben und diesen Erfolg nun von ihren Kindern fordern. Stattdessen sollten Großeltern, sofern sie denn in der Lage dazu sind, ihren Kindern mit deren Kindern unter die Arme greifen und die Situation akzeptieren, so wie sie ist. Gut gemeint ist in diesem Bereich oftmals nicht automatisch gut gemacht.  

    Eltern bleiben Eltern

      Auch nach einer Trennung ist es möglich, die mentale Belastung aufzuteilen, so dass beide Elternteile in der Umgangszeit des jeweils anderen wirklich abschalten und erholen können.   Allerdings ist es dazu zwingend erforderlich, dass sich beide Elternteile verantwortungsvoll um ihren Nachwuchs kümmern.